Forschung und WissenschaftSulfatMagen, Darm

 

Aus Forschung
& Wissenschaft

Sulfat

 

Magen, Darm

 

Sulfat wird eine Förderung der Magen-Darm-Motilität nachgesagt, aber auch die Kontraktilität der Gallenblase wird verstärkt und die Sekretion der Gallenflüssigkeit ins Duodenum gefördert. Eine Reihe von Studien konnte diese positiven verdauungsfördernden Wirkungen von Sulfat nachweisen.

 

Naumann J., Sadghiani C., Alt F. and Huber R.
Effects of Sulphate-Rich Mineral Water on Functional Constipation: A Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Study
Forschende Komplementärmedizin 2016;23:1-8

 

Zum Vergleich der Wirksamkeit eines sulfatreichen Mineralwassers mit Leitungswasser bei funktioneller Verstopfung wurde diese randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie durchgeführt. An der Studie nahmen 100 Patienten mit funktioneller Verstopfung teil, davon erhielten über sechs Wochen 50 Probanden täglich 1 l sulfatreiches Mineralwasser (1535 mg/l Sulfat, 573 mg/l Calcium, 105 mg/l Magnesium) und 50 täglich 1 l mit Kohlensäure angereichertes Leitungswasser. Das Wasser sollte in vier Portionen über den Tag verteilt getrunken werden: jeweils vor den Mahlzeiten und zusätzlich eine Portion am Vormittag.
Nach 3 Wochen hatte die Anzahl der Stuhlgänge pro Woche in beiden Gruppen zugenommen, wobei die Zunahme in der MW-Gruppe (2,02 ± 2,22) signifikant größer war (p = 0,005) als in der Placebogruppe (0,88 ± 1,67). Nach 6 Wochen des täglichen Wassertrinkens war die Zunahme der Stuhlgänge nicht signifikant verschieden (Placebogruppe: 1,22 ± 1,72 und MW-Gruppe: 1,74 ± 1,88). Der Effekt des Mineralwassers war demnach zunächst deutlicher blieb nach 3 Wochen allerdings gleich, während der Effekt des Leitungswassers über den gesamten Zeitraum zunahm.
Nach 3 Wochen ergaben sich zudem signifikant größere Verbesserungen in der Mineralwassergruppe gegenüber der Leitungswassergruppe bei der Stuhlkonsistenz, beim Rektaldruck und der Anzahl der kompletten Stuhlgänge. Das Ausmaß des Schmerzes beim Stuhlgang nahm sowohl in der MW- Gruppe als auch in der Placebogruppe gleichermaßen ab.
Die Einschätzung der Wirksamkeit sowie der Verträglichkeit der Behandlung unterschied sich nicht zwischen den beiden Gruppen. Die Wirksamkeit wurde von 47 % der Probanden als sehr gut oder gut eingestuft, die Verträglichkeit erhielt von 97 % der Probanden ein „Sehr gut" oder „Gut".
Die Autoren schließen, dass das tägliche Trinken von 1 l sulfatreichem Mineralwasser nach drei Wochen zu einer Verbesserung der Stuhlfrequenz im Vergleich zum Trinken von Leitungswasser führt, wobei nach sechs Wochen beide Wässer den gleichen Effekt zeigen

 

Bothe G, Coh A, Auinger A
Efficacy and safety of a natural mineral water rich in magnesium and sulphate for bowel function: a double-blind, randomized, placebo-controlled study
Eur J Nutr. 2015 Nov 18

 

Diese doppelblinde randomisierte placebo kontrollierte Studie untersucht, wie ein sehr mineralstoffreiches Wasser bei funktioneller Verstopfung im Vergleich zu einem mineralstoffarmen Wasser wirkt. Das mineralstoffreiche Wasser enthielt große Mengen an Sulfat (2000 mg/l), Magnesium (1000 mg/l) und Natrium (1600 mg/l).
Teilnehmer der Studie waren 106 gesunde Erwachsene mit funktioneller Verstopfung, die sechs Wochen lang entweder 500 ml des mineralstoffreichen Wassers oder des mineralstoffarmen Wassers tranken, jeweils 250 ml vor dem Frühstück und vor dem Abendessen.
Nach den sechs Wochen zeigte sich bei den Probanden, die das mineralstoffreiche Wasser tranken, dass sie im Vergleich zur Placebogruppe pro Woche signifikant mehr Stuhlgänge (6,62 vs. 4,47) und mehr komplette Darmentleerungen (2,14 vs. 1,16) hatten. Zudem war ihr Stuhl deutlich weicher. Auch was die Lebensqualität betrifft, zeigten sich signifikant deutlichere Verbesserungen bei der Versuchsgruppe.
In der Versuchsgruppe wurde die Wirksamkeit der Intervention von den Teilnehmern zu 94,5 % und von den Ärzten zu 97,2 % mit „gut" und „sehr gut" bewertet. In der anderen Gruppe fiel die Bewertung der Teilnehmer wie auch die der Ärzte nur zu 57,9 % „gut" oder „sehr gut" aus.
Die Autoren sehen mit dieser Studie den positiven Effekt mineralstoffreichen Wassers (insbesondere mit Magnesium und Sulfat) bei Menschen mit funktioneller Verstopfung bestätigt und sehen Mineralwasser, reich an Magnesium- und Natrium-Sulfat, als erste Empfehlung für Menschen mit seltenerem Stuhlgang an.

 

Dupont C, Campagne A, Constant F
Efficacy and safety of a magnesium sulfate-rich natural mineral water for patients with functional constipation
Clin Gastroenterol Hepatol. 2014 Aug;12(8):1280-7

 

Diese randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie vergleicht die Wirkung eines Mineralwassers reich an Magnesium und Sulfat mit der Wirkung eines niedrig mineralisierten Wassers bei funktioneller Verstopfung. 244 Frauen zwischen 18 und 60 Jahren, die unter funktioneller Verstopfung litten, erhielten verblindet täglich entweder 1,5 l Quellwasser (Kontrolle, n = 77) oder 1 l Quellwasser + 0,5 l Mineralwasser (n = 85) oder 0,5 l Mineralwasser + 1 l Mineralwasser (n = 81).
Nach einer Woche sprachen 24,7 % der Kontrollgruppe, 32,5 % der Mineralwasser 0,5 - Gruppe und 34,1 % der Mineralwasser 1 - Gruppe auf die Intervention an, was einen Trend anzeigt, jedoch noch kein signifikantes Ergebnis darstellt.
Nach zwei Wochen sprachen in der Mineralwasser 1 - Gruppe signifikant mehr Teilnehmer auf die Intervention an als in der Kontrollgruppe (37,5 % vs. 21,1 %). Nach 4 Wochen war die Intervention bei 39,5 % der Teilnehmer aus der Mineralwasser 1 - Gruppe und bei 24,3 % der Kontrollgruppe erfolgreich. Die Mineralwasser 0,5 - Gruppe unterschied sich nicht signifikant von der Kontrollgruppe.
Die Autoren schließen, dass das tägliche Trinken von 1 l Mg-SO4-Wasser nach zwei Wochen eine signifikante Verbesserung der Magen-Darm-Passage bewirkt.

 

 

Fraioli A, Menunni G, Petraccia L et al.

Sulphate-bicarbonate mineral waters in the treatment of biliary and digestive tract diseases.

Clin Ter. 2010;161(2):163-8.
 

Diese Arbeit stellt  die therapeutischen Eigenschaften von sulfat- und hydrogencarbonatreichen Mineralwässern vor. Die wichtigsten Indikationen umfassen funktionelle Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts wie Störungen der Gallenblasenmotilität, funktionelle Dyspepsie, Reizdarmsyndrom sowie chronische Obstipation. Dies scheint besonders wichtig vor dem Hintergrund, dass die Inzidenz derartiger Dysfunktionen zunimmt, vor allem in den westlichen Industrieländern. Als Ursachen gelten zunehmender Stress, falsche Ernährungsgewohnheiten, mangelnde körperliche Aktivität und weitere Bestandteile des „Modern Lifestyle". Betroffen sind, je nach Untersuchung, bis zu 7 % der Männer und 20 % der Frauen. Mineralwässer können die Symptomatik bei funktionellen gastrointestinalen Erkrankungen verbessern.
Die Autoren betonen die Wirksamkeit von sulfat- und hydrogencarbonatreichen Wässern vor allem bei der Behandlung von Gallenblasenhypokinesien und Spasmen des Spincter Oddi, wo sich der Sulfat-Anteil günstig auswirkt. Zusätzlich wirken Sulfat und Hydrogencarbonat positiv auf die lithogene
Eigenschaften der Gallenflüssigkeit, indem sie deren Bestandteile in Lösung halten und die Galle verdünnen.  Kontrollierte Studien haben gezeigt, so die Autoren, dass ein sulfat- und hydrogencarbonatreiches Wasser die Gallenblasenmotilität stimuliert und die Ausschüttung der Galle fördert. Insgesamt ist der therapeutische Einsatz der Mineralwässer bei funktioneller Dyspepsie, chronischer Obstipation und Reizdarmsyndrom zu erwägen.

 

Rocca G, Dioni F, Rocca N, Oliveri F, Brunetto MR, Bonino F
Thermal care of functional dyspepsia based on Hydrogencarbonate-sulphate-calcium water: a sequential clinical trial
Evid Based Complement Alternat Med. 2007 Sep;4(3):381-91 

 

Diese nicht kontrollierte prospektive Studie an 29 Patienten mit funktioneller Dyspepsie (nach Rome II-Kriterien) untersucht die Wirkung eines italienischen Thermalwassers (Chianciano) auf die Symptome der Dyspepsie. Bei dem Thermalwasser handelt es sich um ein Hydrogencarbonat-Sulfat-Calcium-Wasser mit 33 Grad Temperatur und der folgenden Zusammensetzung: Sulfat 1.840 mg/l, Hydrogencarbonat 730 mg/l, Calcium 840 mg/l, Magnesium 180 mg/l.
Die Therapie erfolgte mit morgendlicher Einnahme von 200-400 ml des Wassers vor dem Frühstück über 12 Tage.
Es wurden die Dyspepsie-Symptome in einem speziellen Fragebogen (Leeds Dyspepsia Questionnaire) erfasst, in dem Häufigkeit und Intensität der Symptome in Skalen von 1-4 dokumentiert werden. Die primären Endpunkte der Studie wurden wie folgt festgelegt: (i) Reduktion des Gesamt-Scores der Dyspepsie-Symptome, (ii) Reduktion der Symptome auf ein Niveau, das nicht mehr die Alltagsaktivitäten störte, (iii) spezielle Wirksamkeit auf Sonderformen der Dyspepsie wie Magengeschwür-ähnliche Symptome oder Dysmotilität und (iv) spezielle Wirksamkeit auf Dyspepsie-assoziierte Symptome wie ösophageale oder abdominale Symptome.
Als Gesamt-Score wurde definiert: spezielle funktionelle Dyspepsie (epigastrischer Schmerz/Brennen, Völlegefühl, schnelle Sättigung, Magendehnung, Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen) plus Dyspepsie-assoziierte Symptome. Als Dyspepsie-assoziierte Symptome wurden definiert: Sodbrennen, saures Aufstoßen, Dysphagie, Brustschmerz, Bauchschmerz, Blähungen. Unter dem Begriff Magengeschwür-ähnliche Symptome wurden zusammengefasst: epigastrischer Schmerz/Brennen. Unter dem Begriff Dysmotilität wurden zusammengefasst: Völlegefühl, schnelle Sättigung, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen.
Eine statistisch signifikante Besserung durch die Thermalwassertherapie konnte für die Endpunkte (i-iii) erreicht werden. Die Auswirkungen auf die Dyspepsie-assoziierten Symptome waren nicht signifikant.
Zusammenfassend kann - laut Aussage der Autoren - eine Dyspepsie, die den Rome II-Kriterien entspricht, mit Thermalwasser der Chianciano-Therme gebessert werden, wenn nicht ösophageale oder abdominale Beschwerden im Vordergrund stehen.

 

 

Böhmer H, Resch H, Gutenbrunner C.
Sulfat-Heilwässer - eine zeitgemäße medikamentöse Alternative?
Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin. 1999; 09: 1-5 

 

Sulfatreiche Heilwässer (ab Sulfatkonzentrationen von 1200 mg/l) weisen eine Reihe positiver Wirkungen im Bereich des Gastrointestinaltrakts auf: Durch die osmotische Wirkung der Sulfatanionen setzen die Schleimhautzellen Wasser ins Lumen frei, was eine Hyperazidität des Magens vermindern kann (im Wesentlichen durch Verdünnung), im Darm kommt es durch die Volumenzunahme zu einer Motilitätssteigerung und schnelleren Passage.
Sulfat fördert außerdem die Produktion und Sekretion von Verdauungshormonen wie Sekretin, Pankreozymin und Cholezystokinin mit daraus resultierender Förderung der Bildung und Sekretion von Gallenflüssigkeit in den Dünndarm und der Aufspaltung von Nahrungsfetten (Triglyzeriden). Durch die Hemmung des enterohepatischen Kreislaufs aufgrund der schnelleren Passage mit verminderter Rückresorption von Gallensäuren kommt es zu einer Verminderung der LDL-Cholesterin-Konzentration im Serum, da die Leber das Cholesterin für die Neubildung von Gallensäuren benötigt.

Der geringe Teil der resorbierten Sulfationen wird im Wesentlichen sofort wieder über die Nieren ausgeschieden, die damit verbundene Ansäuerung des Urins kann die Bildung von Calcium-Phosphat-Harnsteinen durch Anhebung der Löslichkeitsprodukts verhindern, Harnsäuresteine allerdings werden begünstigt. Daneben besteht eine schwache antibakterielle Wirkung.
Therapeutische Indikationen umfassen daher funktionelle Magen-Darm-Beschwerden mit verlangsamter Passage und die Unterstützung einer antibiotischen Therapie bei (rezidivierenden) Harnwegsinfektionen. Kontraindikationen sind im Wesentlichen höhergradige Herz- und Niereninsuffizienz (wegen der Flüssigkeitsbelastung), Harnsäuresteine, obstruktive Darmerkrankungen und akute gastrointestinale Blutungen. Die beschleunigte Darmpassage ist bei der oralen Medikamentengabe zu beachten, da deren Resorption vermindert sein kann.

 

Gutenbrunner C, Gundermann G.
Kontrollierte Studie über die abführende Wirkung eines sulfathaltigen Heilwassers.
Z Allg Med 1998; 74: 648-651

 

Die randomisierte, einfach verblindete, kontrollierte Querschnittsstudie mit Crossover-Design untersucht die Wirkung eines sulfatreichen Heilwassers (Sulfatgehalt 2754 mg/l) im Vergleich zu mineralstoffarmem Leitungswasser auf die Defäkationslatenz und Stuhlkonsistenz bei 34 gesunden Probanden. Die Teilnehmer erhielten bei zwei getrennten Sitzungen 500 ml des sulfatreichen Wassers (Testwasser) oder 500 ml Leitungswasser (Kontrollwasser). Anschließend wurden per Fragebogen die Zeit bis zur ersten Stuhlentleerung nach Trinken des Wassers, Stuhlkonsistenz (per Punktvergabe) und -farbe sowie eventuelle Veränderungen des Stuhlgeruchs ermittelt.
Die Ergebnisse zeigten, dass nach dem sulfatreichen Wasser die Zeit bis zur ersten Stuhlentleerung signifikant geringer (2,5 vs. 5,5 Stunden) und die Stuhlkonsistenz deutlich weicher war als nach dem Kontrollwasser (p für den Vergleich jeweils < 0,01). Unterschiede bei Stuhlfarbe und -geruch konnten nicht gezeigt werden. Wesentliche unerwünschte Wirkungen traten nicht auf, gelegentlich berichtetes Völlegefühl und Blähungen wurden als Zeichen einer verstärkten Darmmotilität gewertet. Insbesondere kam es nicht zu Durchfällen.
Die Autoren werten diese Ergebnisse als Hinweis, dass sulfatreiche Wässer auch unterhalb einer bisher als Grenzwert betrachteten Sulfatkonzentration von 3 g/l positiv auf die Defäkation wirken können. Ebenso war die Defäkationslatenz unter dem Testwasser mit 2,5 Stunden deutlich kürzer als bisher angenommen (4 bis 14 Stunden). Für weitere Aussagen schlagen sie die Durchführung von Longitudinaluntersuchungen vor, vor allem auch bei Patienten mit chronischer Obstipation.

 

Scalabrino A, Buzzelli G, Raggi VC.
Clinical-epidemiological study of the efficacy of thermal therapy in gastroenterologic diseases
Clin Ter. 1998 Mar-Apr;149(2):127-30. Italian.

 

Ziel der Studie war es, die therapeutische Wirksamkeit des Montecatini- Mineralwassers bei Patienten mit dyspeptischem Syndrom oder chronischer Obstipation in Verbindung mit einem Reizdarmsyndrom zu untersuchen. Beurteilt wurden dazu der Einfluss des Wassers auf die Einnahmehäufigkeit gastrointestinaler Medikamente und die Fehlzeiten am Arbeitsplatz. 965 Ärzte beantworteten dazu einen Fragebogen. Die Ergebnisse zeigten eine deutliche Verbesserung der Symptomatik sowohl kurz- als auch mittelfristig. Weiterhin verminderte das Wasser die jährliche Einnahmehäufigkeit von Medikamenten mit gastrointestinalem Angriffspunkt und die Anzahl der beruflichen Fehlzeiten.
Diese Studie bestätigt also nach Ansicht der Autoren den Nutzen des Montecatini-Mineralwassers bei der Behandlung funktioneller gastrointestinaler Syndrome.

 

Heizer WD, Sandler RS, Seal E Jr, Murray SC, Busby MG, Schliebe BG, Pusek SN.
Intestinal effects of sulfate in drinking water on normal human subjects.
Dig Dis Sci. 1997 May;42(5):1055-61.

 

 

Diese kontrollierte Studie sollte die Wirkungen verschiedener Konzentrationen von Natrium-Sulfat im Trinkwasser auf die Darmfunktion untersuchen.
10 gesunde Personen erhielten bei standardisierter Ernährung eine Flüssigkeitsmenge von 36 ml/kg Körpergewicht und Tag eines Wassers mit verschiedenen Sulfatkonzentrationen. Bei vier Probanden erfolgte eine Dosisfindungsstudie, in der die Teilnehmer Trinkwasser mit Sulfatkonzentrationen von 0, 400, 600, 800, 1000 und 1200 mg/l über jeweils 2 Tage erhielten. Weitere sechs Personen erhielten Wasser mit einer Sulfatkonzentration von 0 bzw. 1200 mg/l über jeweils 6 Tage. Stuhlmasse, Stuhlfrequenz und Stuhlkonsistenz sowie die oroanale Transitzeit wurden bestimmt.
In der Dosisfindungsstudie zeigte sich als einziger deutlicher Trend eine abnehmende oroanale Transitzeit mit zunehmender Sulfatkonzentration. In der Einzeldosisstudie bei den sechs Probanden verursachten 1200 mg/l Sulfat eine signifikante Zunahme des mittleren Stuhlgewichts im 6-Tages-Mittel von 621 g auf 922 g (p = 0,03). Verglich man die Wirkung von Sulfatkonzentrationen von 0 mg/l versus 1200 mg/l Sulfat unter Verwendung der Daten aller zehn Probanden, fanden sich signifikante Unterschiede bei der Stuhlkonsistenz (weichere Stühle bei 1200 mg Sulfat/l; p = 0,02) und der oroanalen Transitzeit (kürzer bei 1200 mg Sulfat/l; p = 0,03). Kein Teilnehmer klagte über Durchfälle oder mehr als drei Stühle pro Tag.
Die Autoren ziehen den Schluss,

dass Trinkwasser mit Sulfatkonzentrationen bis 1200 mg/l - die über der in der öffentlichen Trinkwasserversorgung in den USA liegen - bei gesunden Erwachsenen zwar zu einer Zunahme des Stuhlgewichts und einer Verminderung von Stuhlkonsistenz und Passagezeit führt, aber keine Durchfälle mit Krankheitswert verursacht, wie gelegentlich bei sulfatreichen Wässern befürchtet.