Pathogenetic role of magnesium deficiency in ophthalmic diseases


Veröffentlichung
2013
Veröffentlichungsquelle
Biometals. 2013 Nov 15
Autoren
Agarwal R, Iezhitsa L, Agarwal P.

Dieser systematische Review befasst sich mit der pathogenetischen Rolle von Magnesium bei verschiedenen ophthalmologischen Erkrankungen. Hierzu wurden 130 englischsprachige Publikationen von 1920 bis 2013 zu diesem Thema einbezogen.

Magnesium ist ein wichtiger Bestandteil sowohl der Linse, der Kornea als auch des Kammerwassers. Ein Magnesiummangel resultiert in einem Anstieg der intrazellulären Calcium- und Natriumkonzentrationen sowie einer intrazellulären Verarmung an Kalium, da sowohl die Na+/ K+ -ATPase als auch die Ca+ ATPase abhängig von Magnesium sind. In Tierstudien konnte gezeigt werden, dass Magnesium wichtig für die Aufrechterhaltung von Funktion und Transparenz der Kornea ist, und ein Magnesiummangel zur Degeneration der Epithelzellen der Kornea und damit diversen Erkrankungen führt. Bei verschiedenen systemischen Entzündungen bzw. Autoimmunerkrankungen (Trachom, Uveitis etc.) liegt ein Magnesiummangel vor. Es konnte gezeigt werden, dass eine Supplementierung mit Magnesium (per os oder in Form von Augentropfen) als Begleitmedikation therapeutischen Nutzen hatte.

Bei der Entstehung des Katarakts sind oxidativer Stress, vermehrte Produktion von NO und Störungen des Elektrolytgleichgewichtes im Auge wichtige pathogenetische Faktoren. Bei der Entstehung des Glaukoms spielen zusätzlich noch das Anschwellen von Zellen sowie Gefäßspasmen eine Rolle. Alle diese pathogenetischen Mechanismen können durch einen Magnesiummangel getriggert werden.

Erste klinische Erfahrungen zeigen, dass sich das Gesichtsfeld bei Glaukompatienten durch eine Substitution mit Magnesium vergrößerte (Magnesium-Citrat 300 mg/d für 4 Wochen entsprechen 48 mg elementarem Magnesium). Zahlreiche klinische Studien belegen den Zusammenhang einer Hypomagnesiämie und dem Auftreten von Retinopathie bei Patienten mit Diabetes mellitus. Ob hier die Hyperglykämie auslösend ist oder sekundär durch die Hypomagnesiämie bedingt ist, wird noch diskutiert. Konsens besteht darin, dass es durch den Magnesiummangel zu einem Ungleichgewicht zwischen vasokontriktiven (Thrombaxan A2, Endothelin -1) und vasodilatatorischen (Prostacyclin) Substanzen kommt mit Überwiegen der Vasokonstriktoren; dies resultiert in der Entstehung der diabetischen Retinopathie. In einer klinischen Studie an Patienten mit Diabetes mellitus verbesserte sich die Retinopathie nach Magnesium-Supplementierung für 4 Wochen (4,5 g/d Magnesium-Pidolat entsprechend 368 mg elementares Magnesium).

Die Autoren folgern, dass Magnesiummangel ein Kofaktor bei der Entstehung verschiedener Augenerkrankungen ist und dass weitere Studien erforderlich sind, um den therapeutischen Nutzen einer Magnesiumsubstitution zu klären.

Weitere Informationen zur Studie Studie ansehen

Weitere Themen

Chou et al. 2023

Depressive Symptoms: Elevated C-Reactive Protein Levels Modify the Effect of Magnesium

In einer Querschnittstudie mit 2.196 Personen wurde der Zusammenhang zwischen den Magnesiumspiegeln im Blut und dem Auftreten von depressiven Symptomen begutachtet. Zudem wurde die Rolle von CRP, einem Entzündungsmarker im Blut, analysiert. Die Ergebnisse zeigten, dass höhere Magnesiumspiegel mit niedrigeren Depressionswerten und einem geringeren Depressionsrisiko verbunden waren. Allerdings galt dieser Zusammenhang nur für Männer, nicht […]

Mehr erfahren
Labenz et al. 2023

Heartburn relief with bicarbonate-rich mineral water

In einer Interventionsstudie mit 148 Teilnehmenden zwischen 22 und 81 Jahren wurde untersucht, wie sich der Konsum von Mineralwasser auf die Symptomlinderung bei Sodbrennen auswirkt. Der Einfluss auf die Lebensqualität wurde auch analysiert. Im Rahmen der Studie tranken die Teilnehmenden über einen Zeitraum von sechs Monaten täglich entweder 1,5 ml eines hydrogencarbonatreichen Mineralwassers (Verum) oder […]

Mehr erfahren
Chen 2023

Dietary Calcium and Macular Degeneration

In einer Querschnittanalyse mit 5.227 Personen wurde der Zusammenhang zwischen der Mikronährstoffzufuhr über die Ernährung (Magnesium, Kupfer, Zink, Natrium, Calcium, Selen) und dem Auftreten einer altersbedingten Makuladegeneration untersucht. Die Auswertung der Studienergebnisse zeigte, dass Personen mit einer altersbedingten Makuladegeneration deutlich weniger Calcium, Magnesium, Kalium und Selen über die Nahrung zu sich nahmen als Personen ohne […]

Mehr erfahren
Jadidi et al. 2022

Restless legs syndrome: Effects of magnesium and vitamin B6 in alleviating the symptoms

In einer Interventionsstudie mit 75 Teilnehmenden zwischen 15 und 50 Jahren wurde untersucht, wie sich die zusätzliche Gabe von Magnesium oder Vitamin B6 auf die Symptome des Restless-Legs-Syndroms und die Schlafqualität der Betroffenen auswirkt. Im Rahmen der Studie nahmen die Teilnehmenden über einen Zeitraum von zwei Monaten entweder ein Magnesiumpräparat oder ein Vitamin B6-Präparat oder […]

Mehr erfahren
Ohseto et al. 2022

Dietary calcium intake was related to the onset of pre-eclampsia

In einer Querschnittstudie mit 19.914 schwangeren Frauen wurde der Zusammenhang zwischen der Elektrolytzufuhr über die Ernährung (Calcium, Magnesium, Kalium) und der Prävalenz von Schwangerschaftsbluthochdruck in einer japanischen Studienpopulation begutachtet. In dieser Studie wurde zwischen der klassischen Präeklampsie, einer überlagerten Präeklampsie und einem reinen schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck unterschieden. Eine klassische Präeklampsie liegt dann vor, wenn in der […]

Mehr erfahren
Hansu/ Cikim 2022

Vitamin and mineral levels during pregnancy

In dieser Querschnittsanalyse wurde untersucht, ob sich die Blutspiegel verschiedener Mineralstoffe (Calcium, Magnesium) und knochenspezifischer Parameter (Phosphat, Parathormon, Vitamin D) zwischen den Trimestern in der Schwangerschaft unterscheiden. Zudem wurden die Unterschiede zwischen schwangeren und nicht schwangeren Personen analysiert. Die Studie umfasste 120 Teilnehmerinnen, wobei jeweils 30 Teilnehmerinnen aus dem 1., 2. und 3. Trimester und […]

Mehr erfahren
Liu et al. 2022

The effect of calcium supplementation in people under 35 years old

In dieser Metanalyse wurde die Wirkung einer Calciumzufuhr auf den Knochenmineralgehalt untersucht. Unsere Knochen werden bis zum 30-35 Lebensjahr konstant aufgebaut, wenn genügend Calcium aufgenommen wird. Danach gibt es einen normalen altersbedingten Knochenabbau. Es ist wichtig, schon in jungen Jahren eine besonders hohe Knochendichte zu erreichen und zu halten, um diesen Knochenabbau so gering wie […]

Mehr erfahren
Yuan et al. 2022

Oral Magnesium Supplementation for the Prevention of Preeclampsia

In dieser Metaanalyse wurde die Auswirkung von Magnesium-Nahrungsergänzungsmitteln auf die Häufigkeit von Präeklampsie bei schwangeren Frauen untersucht. Als Präeklampsie wird das Auftreten beziehungsweise die Verschlimmerung von Bluthochdruck zusammen mit einer vermehrten Eiweißausscheidung in der Schwangerschaft bezeichnet. Insgesamt nahmen 2.653 schwangere Frauen an diesen Studien teil. Eine Magnesiumergänzung führte zu einer Verringerung des Risikos für eine […]

Mehr erfahren
Heilwasserverzeichnis