Associations of dietary calcium intake and calcium supplementation with myocardial infarction and stroke risk and overall cardiovascular mortality in the Heidelberg cohort of the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition study (EPIC-Heidelberg)


Veröffentlichung
2012
Veröffentlichungsquelle
Heart. 2012 Jun;98(12):920-5
Autoren
Li K, Kaaks R, Linseisen J, Rohrmann S

In dieser Unteranalyse einer großen Kohortenstudie, die primär den Einfluss der Ernährung auf Krebs untersucht, wurden die Todesfälle für Schlaganfall, Herzinfarkt und andere kardiovaskuläre Ereignisse erfasst, und deren Zusammenhang zur Calcium-Aufnahme entweder über die Nahrung oder als Nahrungsergänzungsmittel untersucht.
Dazu wurden 23980 Teilnehmer der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition Study (EPIC Heidelberg) im Alter von 35-64 Jahren ohne wesentliche Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs eingeschlossen. Die Calcium-Einnahme mit der Nahrung wurde anhand eines Ernährungsfragebogens ermittelt. Erfasst wurden über 11 Jahre alle Todesfälle wegen Schlaganfall (n = 260), Herzinfarkt (n = 354) und anderer kardiovaskulärer Ereignisse (n = 267).

Die Teilnehmer wurden nach Gesamt-Calcium-Aufnahme (angepasst an die tägl. Gesamtenergieaufnahme) in 4 Quartile eingeteilt: Quartil 1 (niedrigste Aufnahme): 513 mg/d Ca, Quartil 2: 675 mg/d Ca, Quartil 3: 820 mg/d Ca, Quartil 4 (höchste Aufnahme) 1130 mg/d Ca (Angabe von Mittelwerten). Die Gruppe, die das 3. Quartil bildete, hatte ein um ca. 30 % und damit signifikant geringeres Risiko für Tod wegen Herzinfarkt (HR = 0,69, 95 % CI = 0,5-0,94) verglichen mit dem 1. Quartil (HR = 1.0). Wurde das 4. Quartil mit dem 1. Quartil verglichen, war die Risikoreduktion mit 15 % geringer und das Ergebnis nicht mehr signifikant.

In einem weiteren Teil der Studie wurden die Risiken der Teilnehmer analysiert, die Calcium anhand von Nahrungsergänzungsmitteln einnahmen. Die Teilnehmer, die Calcium als Nahrungsergänzungsmittel einnahmen, hatten ein mehr als doppelt so hohes und damit signifikantes Risiko für Tod durch Herzinfarkt. Es gab keine Assoziation zwischen Calcium-Einnahme und Schlaganfallrisiko oder dem Tod aus anderer kardiovaskulärer Ursache. Die Autoren folgern daraus, dass eine Calcium-Aufnahme mit der Nahrung das Herzinfarktrisiko senken kann. Calcium als Nahrungsergänzungsmittel sollte nach den Ergebnissen der Studie jedoch mit Vorsicht genommen werden, da das Risiko für Herzinfarkt hier sogar anstieg.

Weitere Informationen zur Studie Studie ansehen

Weitere Themen

Koh et al. 2024

Dietary magnesium intake and incident chronic kidney disease

In dieser prospektiven Kohortenstudie wurde der Zusammenhang zwischen der Magnesiumzufuhr über die Nahrung und dem Risiko für die Entwicklung einer chronischen Nierenerkrankung bei Erwachsenen analysiert. Hierfür wurden die Daten von 188.510 britischen Erwachsenen ausgewertet, die zwischen 2006 und 2010 an verschiedenen Befragungen und Untersuchungen im Rahmen der UK Biobank-Studie teilgenommen hatten. Bei diesen Erhebungen wurde […]

Mehr erfahren
Liu et al. 2024

Dietary magnesium intake and rheumatoid arthritis

In einer prospektiven Kohortenstudie wurde der Zusammenhang zwischen der Magnesiumzufuhr über die Nahrung und der Sterblichkeit bei Personen mit rheumatoider Arthritis untersucht. Hierfür wurden die Daten von 2.181 Erwachsenen ausgewertet, welche zwischen 1999 und 2018 an der Nationalen Gesundheits- und Ernährungsuntersuchung in den USA teilgenommen hatten. Im Rahmen dieser Erhebungen wurde die Magnesiumzufuhr über die […]

Mehr erfahren
Huang et al. 2024

Associations of magnesium intake with the risk of atherosclerotic cardiovascular disease

In einer prospektiven Kohortenstudie mit 149.929 Personen wurde der Zusammenhang zwischen der Magnesiumzufuhr über die Nahrung und dem Risiko für eine atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankung analysiert. Atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Krankheiten, bei denen sich fett- und eiweißhaltige Ablagerungen (Plaques) in den Arterien bilden, die den Blutfluss behindern und zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder anderen Durchblutungsstörungen führen können. Die Auswertung […]

Mehr erfahren
Struijk et al. 2024

Total magnesium intake and risk of frailty in older women

In der Studie wurde der Zusammenhang zwischen der Magnesiumzufuhr und dem Risiko für Gebrechlichkeit untersucht. Hierfür wurden Daten von 81.524 Frauen ab 60 Jahren ausgewertet, die an einer seit 1976 laufenden Kohortenstudie zur Gesundheit von Krankenschwestern (Nurses‘ Health Study) teilgenommen hatten. Die Ergebnisse zeigten einen umgekehrten Zusammenhang zwischen der Magnesiumzufuhr über die Nahrung und dem […]

Mehr erfahren
Yang et al. 2024

Dietary magnesium and risk of a first hard atherosclerotic cardiovascular disease event

In der Studie wurde der Zusammenhang zwischen der Magnesiumzufuhr über die Nahrung und dem 10-Jahres-Risiko für ein erstmaliges, schweres Herz-Kreislauf-Ereignis aufgrund von Atherosklerose untersucht. Atherosklerose bezeichnet eine Erkrankung, bei der sich Blutfette und andere Substanzen an den Wänden von Blutgefäßen ablagern. Diese sogenannten Plaques können zu Verengungen der Blutgefäße führen, wodurch weniger Blut und Sauerstoff […]

Mehr erfahren
Muralidharan et al. 2024

Effect of calcium supplementation on reversing metformin-based inhibition of vitamin B12 bioavailability in healthy adults

Metformin ist ein häufig eingesetztes Medikament zur Behandlung von Diabetes mellitus. Studien haben jedoch gezeigt, dass es bei vielen Betroffenen zu einem sinkenden Vitamin-B12-Spiegel führen kann – was langfristig gesundheitliche Folgen haben könnte. Daher wurde in einer kleinen Interventionsstudie im Crossover-Design untersucht, ob die zusätzliche Einnahme von Calcium diesen Effekt ausgleichen kann. Alle sieben Teilnehmenden […]

Mehr erfahren
Mansouri et al. 2024

Acid-Base Balance: Effects of Bicarbonate and Sodium-Rich Mineral Water

In dieser Interventionsstudie mit gesunden Erwachsenen wurde die Wirkung von zwei verschiedenen Mineralwässern im Hinblick auf den Säure-Basen-Haushalt verglichen. Das eine Mineralwasser zeichnete sich durch einen sehr hohen Hydrogencarbonat– und einen hohen Natriumgehalt aus, während das andere Mineralwasser einen geringen Gehalt an Hydrogencarbonat und Natrium aufwies. Im Rahmen der Studie tranken die Teilnehmenden täglich 1,5 […]

Mehr erfahren
Zhang et al. 2024

Dose-Response Relationship between Magnesium and Type 2 Diabetes

In dieser Studie wurden die Zusammenhänge zwischen dem Magnesiumspiegel im Blut sowie der Magnesiumzufuhr über die Nahrung und Diabetes mellitus Typ 2 bei Frauen im gebärfähigen Alter untersucht. Hierfür wurden die Daten von 2912 Frauen ausgewertet, die 2015 an einer landesweit repräsentativen Erhebung in China teilgenommen hatten. Die Ergebnisse zeigten, dass der Anstieg des Magnesiumspiegels […]

Mehr erfahren
Heilwasserverzeichnis