Autoren Naumann J., Sadghiani C., Alt F. and Huber R.
Zum Vergleich der Wirksamkeit eines sulfatreichen Mineralwassers mit Leitungswasser bei funktioneller Verstopfung wurde diese randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie durchgeführt. An der Studie nahmen 100 Patienten mit funktioneller Verstopfung teil, davon erhielten über sechs Wochen 50 Probanden täglich 1 l sulfatreiches Mineralwasser (1535 mg/l Sulfat, 573 mg/l Calcium, 105 mg/l Magnesium) und 50 täglich 1 l mit Kohlensäure angereichertes Leitungswasser. Das Wasser sollte in vier Portionen über den Tag verteilt getrunken werden: jeweils vor den Mahlzeiten und zusätzlich eine Portion am Vormittag.
Ergebnisse
Nach 3 Wochen hatte die Anzahl der Stuhlgänge pro Woche in beiden Gruppen zugenommen, wobei die Zunahme in der MW-Gruppe (2,02 ± 2,22) signifikant größer war (p = 0,005) als in der Placebogruppe (0,88 ± 1,67). Nach 6 Wochen des täglichen Wassertrinkens war die Zunahme der Stuhlgänge nicht signifikant verschieden (Placebogruppe: 1,22 ± 1,72 und MW-Gruppe: 1,74 ± 1,88). Der Effekt des Mineralwassers war demnach zunächst deutlicher blieb nach 3 Wochen allerdings gleich, während der Effekt des Leitungswassers über den gesamten Zeitraum zunahm. Nach 3 Wochen ergaben sich zudem signifikant größere Verbesserungen in der Mineralwassergruppe gegenüber der Leitungswassergruppe bei der Stuhlkonsistenz, beim Rektaldruck und der Anzahl der kompletten Stuhlgänge. Das Ausmaß des Schmerzes beim Stuhlgang nahm sowohl in der MW- Gruppe als auch in der Placebogruppe gleichermaßen ab.
Fazit
Die Einschätzung der Wirksamkeit sowie der Verträglichkeit der Behandlung unterschied sich nicht zwischen den beiden Gruppen. Die Wirksamkeit wurde von 47 % der Probanden als sehr gut oder gut eingestuft, die Verträglichkeit erhielt von 97 % der Probanden ein „Sehr gut” oder „Gut”. Die Autoren schließen, dass das tägliche Trinken von 1 l sulfatreichem Mineralwasser nach drei Wochen zu einer Verbesserung der Stuhlfrequenz im Vergleich zum Trinken von Leitungswasser führt, wobei nach sechs Wochen beide Wässer den gleichen Effekt zeigen.
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