Forschung und WissenschaftNieren, Harnwege

 

Aus Forschung
& Wissenschaft

Kieselsäure, Silizium

 

Nieren, Harnwege

Benoit JM, Berges JL, Falcou M, Jeanjean P, Jourfier C.
Ionic solutions and possibilities of prevention of recurrent cystitis
Prog Urol. 2006 Apr;16(2):163-7. French.

 

Diese Studie untersuchte bei 13 Frauen mit rezidivierenden Escherichia-coli-Zystitiden den Einfluss einer 20-tägigen Trinkkur mit Mineralwasser mit hohem Siliziumgehalt (40 mg/l) auf die Adhäsionskapazität der verantwortlichen Mikroorganismen. Dabei wurde die Mineralwasserzufuhr gesteigert: von einmal 150 ml am 1. Tag bis zu 500-600 ml am 20. Tag. Außerdem wurde geprüft, ob eine In-vitro-Inkubation der Erreger und/oder der Blasenschleimhautzellen mit dem gleichen Mineralwasser die Adhäsionskraft mindern konnte.
Die Ergebnisse zeigten bei den Patientinnen eine signifikante Abnahme der Erregeradhäsion 2 bis 3 Stunden nach Trinken des Mineralwassers (p = 0,021) im Vergleich zu den Werten vor dem Trinken sowie bei Vergleich von Tag 1 mit Tag 20 der Mineralwassertherapie (p = 0,016). Die In-vitro-Daten ergaben eine verminderte Adhäsion bei Inkubation der Schleimhautzellen mit dem Wasser (p = 0,001), nicht aber bei Vorbehandlung der Erreger.
Die Autoren ziehen den Schluss, dass ein siliziumreiches Mineralwasser bei rezidivierenden Zystitiden die Pathogenität von Escherichia coli vermindern könnte, indem es die Adhäsion der Erreger an die Blasenschleimhautzellen stört. Der Mechanismus liegt dabei wohl in einer Beeinflussung der Schleimhautzellen, nicht der Erreger selbst.