Forschung und WissenschaftMagnesiumDiabetes, metabolisches Syndrom

 

Aus Forschung & Wissenschaft

Magnesium

 

Diabetes, metabolisches Syndrom

 

Die Häufigkeit von Diabeteserkrankungen, vor allem des Diabetes Typ 2, nimmt seit Jahren ständig zu, nicht nur in den sogenannten Industrieländern, sondern weltweit. Neue Ansätze für Prävention und Therapie der Erkrankung sind daher dringend erforderlich. Eine Vielzahl von Querschnitts-, Längsschnitts- und Interventionsstudien zeigt, dass nicht nur ein Magnesiummangel bei Diabetikern überproportional häufig auftritt, sondern auch die positive Wirkung von Magnesium auf das Erkrankungsrisiko und bei der Behandlung der manifesten Erkrankung. Auch beim metabolischen Syndrom als Risikofaktor des Diabetes kann Magnesium auf einige oder alle Komponenten günstig einwirken.

 

 

Gant CM1,2, Soedamah-Muthu SS3,4, Binnenmars SH5, Bakker SJL6, Navis G7, Laverman GD8.

Higher Dietary Magnesium Intake and Higher Magnesium Status Are Associated with Lower Prevalence of Coronary Heart Disease in Patients with Type 2 Diabetes.

Nutrients. 2018 Mar 5;10(3). pii: E307. doi: 10.3390/nu10030307.

 

 Diese Studie zeigte eine inverse Beziehung zwischen der alimentären Magnesiumzufuhr, der Magnesium-Ausscheidung im 24-h-Urin und den Magnesium-Plasma-Konzentrationen und der Prävalenz für koronare Herzerkrankungen bei Typ-2-Diabetikern.

Die Erhöhung der Magnesiumzufuhr in der Nahrung, insbesondere durch Erhöhung des Gemüseanteils, kann das Risiko für koronare Herzerkrankungen bei Patienten mit etabliertem Typ-2-Diabetes reduzieren.

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ELDerawi WA1, Naser IA2, Taleb MH3, Abutair AS4.

The Effects of Oral Magnesium Supplementation on Glycemic Response among Type 2 Diabetes Patients
Nutrients. 2018 Dec 26;11(1). pii: E44. doi: 10.3390/nu11010044

 

In der Studie wurde die Auswirkung einer 3-monatigen Mg-Supplementierung auf die Indikatoren der Blutzuckerkontrolle bei Patienten mit Typ-2-Diabetes untersucht. In dieser randomisierte Interventionsstudie wurden zunächst 46 Typ-2-Diabetiker (Maximum der Diagnose: 1 Jahr; Alter: 35-60 Jahre; Nüchternblutglucose >126 mg/dl) eingeschlossen.
Nach einer Diätstabilisierungsphase, in welcher die Probanden angewiesen wurden einen vorgeschriebenen Diätplan einzuhalten (30% der Gesamtenergie als Fett, 15% der Energie als Protein, und 55% der Energie kohlenhydratorientiert, aus komplexen Kohlenhydraten), wurden schlussendlich 42 Probanden in die Studie aufgenommen und per Zufallsprinzip in eine Gruppe die ein Magnesiumsupplement (Mg) erhielt oder die Kontrollgruppe eingeteilt. Bis auf 2 Personen wurde der Interventionszeitraum von allen Probanden erfolgreich beendet.

Ergebnisse: Die tägliche Gabe von 250 mg elementarem Mg zeigte eine signifikante Verbesserung von HbA1c (8,32 auf 7,96%; p<0,001), der Insulinspiegel (15,56 auf 12,18 μIU/ml; p<0,001), C-Peptid (2,28 auf 1,90 ng/ml; p=0,001), HOMA-IR (6,16 auf 4,44, p<0,001) und HOMA.β% (59,99 auf 52,37; p=0,036) der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe nach drei Monaten Intervention. Es gab es keine Unterschiede (p=0,068) in den Nüchternglukosespiegeln zwischen den Gruppen, aber bezogen auf die mittleren Unterschiede innerhalb der einzelnen Gruppe wurden die Nüchternglukose-Werte in der Interventionsgruppe um 10,55 mg/dl reduziert, während in der Kontrollgruppe ein Anstieg um 9,55 mg/dl verzeichnet wurde.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass eine orale Mg-Supplementation die Insulinresistenz verringert und die Indikatoren für die Blutzuckerkontrolle bei Patienten mit dem Typ-2-Diabetes verbessert. Die Studie deutet anhand einer geringen Stichprobengröße auf die Bedeutung von Magnesium in der Blutzuckerkontrolle hin. Eine Magnesiumgabe könnte somit eine wichtige Rolle in der Behandlung und Prävention von Diabetes spielen.


 

Ozcaliskan Ilkay H1, Sahin H1, Tanriverdi F2, Samur G3.
Association Between Magnesium Status, Dietary Magnesium Intake, and Metabolic Control in Patients with Type 2 Diabetes Mellitus.
J Am Coll Nutr. 2018 Aug 30:1-8. doi: 10.1080/07315724.2018.1476194 .

 

In dieser Querschnittsstudie wurde die Beziehung zwischen dem Magnesiumspiegel im Serum, der Magnesiumaufnahme über die Nahrung und den metabolischen Kontrollparametern bei Patienten mit Typ-2-Diabetes untersucht. In diese zwischen Januar und Mai 2014 in der Türkei durchgeführten Querschnittsstudie wurden 119 Patienten mit Typ-2-Diabetes eingeschlossen (26 Männer, 93 Frauen; Durchschnittsalter 54,7 ± 8,4 Jahre). Die Probenden wurden in 2 Gruppen unterteilt: Gruppe 1 (n=57): ohne chronische Diabeteskomplikationen; Gruppe 2 (n=62): mindestens eine chronische Diabeteskomplikation. Der Serummagnesiumspiegel wurde durch ein spektrophotometrisches Verfahren gemessen. Außerdem erfolgte die Bestimmung der Nüchternplasmaglukosespiegel, der postprandialen Plasmaglukosespiegel, des glykierten Hämoglobins (HbA1c , des Lipidprofils (Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin, Triglyceride), des Serumcalciums und des Vitamin D3. Die Magnesium- und die Calciumzufuhr wurden anhand eines Verzehrshäufigkeitsfragebogen (Food frequency questionnaire, FFQ) bewertet, während die Gesamtenergiezufuhr und die generelle Mineralstoffaufnahme mittels Gedächtnisprotokoll (24h-Recall) bestimmt wurde. Außerdem wurden anthropometrische Messungen (Größe, Gewicht, Taillenumfang, Hüftumfang) durchgeführt und die Körperzusammensetzung mit Hilfe der bioelektrischen Impedanzmessung ermittelt.

Die Daten wurden mittels Shapiro-Wilk-Test auf Normalverteilung überprüft. Für nicht normalverteilte Daten wurde ein Mann-Whitney-Test verwendet um die Mittelwerte zu vergleichen. Beziehungen zwischen einzelnen Variablen wurden mit dem Spearman-Test überprüft. Um Beziehungen von Serummagnesium mit quantitativen Variablen zu bestimmen wurde ein multivariantes lineares Modell verwendet. In Model 1 wurde für eine Anpassung für das Alter, Geschlecht, aufgenommene Nahrungsenergie (kcal7Tag) und BMI vorgenommen. In Model 2 wurde weiter für derzeitigen Raucherstatus, Supplementeinnahme (ohne Supplemente welche Magnesium enthielten), Bluckdruckmedikamente, Diabetesmedikamente, Insulingebrauch, Gesamtfettaufnahme aus der Nahrung (g/Tag), Aufnahme von gesättigten Fettsäuren aus der Nahrung (g/Tag), Einnahme von Medikamenten mit Einfluss auf die Blutfettwerte. In Model 3 wurde zusätzlich das Verhältnis von Calcium und Magnesium im Serum berücksichtigt. Obwohl keine Zusammenhänge zwischen der Magnesiumzufuhr über die Nahrung hergestellt werden konnte, konnte anhand einer kleinen Stichprobe ein möglicher Zusammenhang zwischen geringen Magnseiumspiegeln im Serum und einer verschlechterten Blutzuckerregulierung gezeigt werden. Die Empfehlung einer Supplementierung mit Magnesium bei Patienten mit Typ-2-Diabetes könnte als ergänzende Therapie genutzt werden.


 

Rodríguez-Morán M1, Simental-Mendía LE1, Gamboa-Gómez CI1, Guerrero-Romero F2.
Oral Magnesium Supplementation and Metabolic Syndrome: A Randomized Double-Blind Placebo-Controlled Clinical Trial.
Adv Chronic Kidney Dis. 2018 May;25(3):261-266. doi: 10.1053/j.ackd.2018.02.011.
Aus Mexiko

 

In dieser Interventionsstudie wurde untersucht, ob eine orale Magnesium-Supplementierung zur Verbesserung des Metabolischen Syndroms beitragen kann. Das Metabolische Syndrom ist eine Bezeichnung für das gleichzeitige Vorliegen der folgenden Erkrankungen: starkes Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhter Blutzuckerspiegel und gestörter Fettstoffwechsel. Insgesamt wurden in diese Studie 198 Personen mit metabolischem Syndrom und Magnesiummangel (definiert als <1,8 mg/dl Magnesium im Serum) eingeschlossen. Ein Metabolisches Syndrom lag vor, wenn der Taillenumfang bei ≥ 90 cm (Männer) bzw. ≥ 80 cm (Frauen), der systolische Blutdruck bei ≥ 130 mmHG und/oder der diastolische Blutdruck bei ≥ 85 mmHg lag, die Nüchternglukose bei ≥ 100 mg/dl, die Triglyceride bei ≥ 150 mg/dl und der HDL-Cholesterin-Wert bei < 40 mg/dl (Männer) bzw. < 50 mg/dl (Frauen) lag. Die Teilnehmer erhielten im Rahmen der Studie täglich über 16 Wochen entweder 30 ml einer 5%igen Magnesiumchloridlösung (entsprechend 382 mg elementarem Magnesium; n=100) oder eine Placebo-Lösung (n=98). Zusätzlich erhielten die Teilnehmer monatlich eine einstündige Schulung zum Ernährungs- und Bewegungsverhalten.
Jeweils zu Anfang und zu Ende der Studie erfolgte die Erhebung von anthropometrischen Daten, eine Blutdruckmessung und eine Nüchternblutentnahme zur Bestimmung der Magnesiumspiegel, Nüchternglukose, Triglyceride und Lipoproteincholesterin hoher Dichte (HDL-Cholesterin). Am Ende der Studie hatten die Probanden der Magnesiumgruppe einen signifikant niedrigeren systolischen und diastolischen Blutdruck, niedrigere Glukosewerte und Triglyceride sowie höhere Magnesiumspiegel im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Zusammenfassend konnte somit gezeigt werden, dass eine Magnesiumzufuhr in Höhe der Empfehlungen das Metabolische Syndrom durch Senkung des Blutdrucks und der Blutzuckerwerte sowie durch eine Verbesserung des Fettstoffwechsels abschwächen kann.


 

Simental-Mendía LE, Sahebkar A, Rodríguez-Morán M, Guerrero-Romero F.
A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials on the effects of magnesium supplementation on insulin sensitivity and glucose control
Pharmacol Res. 2016 Jun 18

 

Diese Meta-Analyse von 21 randomisierten und placebokontrollierten Studien mit insgesamt 1.362 Teilnehmern untersucht die Wirkung von Magnesiumsupplementen auf die Insulinresistenz und den Glukosestoffwechsel.
Über alle Studien hinweg wirkte sich eine Magnesiumgabe signifikant senkend auf die Insulinresistenz aus. Wurde die Magnesiumsupplemente länger als vier Monate durchgeführt, war das Ergebnis zur Insulinresistenz noch deutlicher und auch die Glukosekonzentration im Blutserum wurde signifikant gesenkt. Auch in der Subgruppe der Teilnehmer mit Magnesiummangel senkte sich sowohl die Insulinresistenz als auch die Glukosekonzentration im Blutserum signifikant.
Die Autoren schließen, dass eine Magnesiumsupplementation, die länger als vier Monate dauert, die Insulinresistenz und die Glukosekonzentration im Blutserum sowohl bei Diabetikern als auch bei Nicht-Diabetikern mit einem Magnesiummangel verbessert. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Magnesium bei Störungen im Glukosestoffwechsel ein wirksames Supplement ist. 

 

 

 Dibaba DT1, Xun P1, Song Y2, Rosanoff A3, Shechter M4, He K5

The effect of magnesium supplementation on blood pressure in individuals with insulin resistance, prediabetes, or noncommunicable chronic diseases: a meta-analysis of randomized controlled trials.
Am J Clin Nutr. 2017 Sep;106(3):921-929. doi: 10.3945/ajcn.117.155291. Epub 2017 Jul 19.

 

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Mit dieser Metaanalyse wurde auf der Basis von 11 randomisierten kontrollierten Studien der Effekt einer Magnesium-Supplementierung auf den Blutdruck bei Patienten mit Insulinresistenz, Prädiabetes oder Diabetes Mellitus Typ 2 sowie bei Gesunden als Kontrollgruppe untersucht. Dazu wurden die Daten von insgesamt 543 Studienteilnehmer (im Mittel 31,9 bis 71,2 Jahre) zusammengefasst und ausgewertet. Sie nahmen über Zeiträume von 1 bis 6 Monaten täglich Magnesium-Supplemente, die zwischen 365 mg und 450 mg enthielten. Zu Beginn und zum Ende der Interventionen wurde jeweils der Blutdruck gemessen.

Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl in den Interventionsgruppen als auch in den Kontrollgruppen eine Senkung des Blutdrucks erreicht wurde. Dies betraf sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck. Die Senkung war dabei jeweils in den Interventionsgruppen im Vergleich zu den Kontrollgruppen signifikant größer (p<0,05). Die Magnesium-Supplementierung führte insgesamt zu einer Senkung des systolischen Blutdrucks um im Mittel 4,18 mm Hg und des diastolischen Blutdrucks um im Mittel 2,27 mm Hg. Zusammengefasst zeigen die Daten, dass eine Magnesium-Zufuhr von mind. 365 mg/Tag den Blutdruck sowohl bei Gesunden als auch bei Personen mit Insulinresistenz, Prädiabetes oder Diabetes Mellitus Typ 2 den Blutdruck signifikant senken kann. Die Ergebnisse dieser Metaanalyse werden gestützt von vergleichbaren Ergebnissen aus früheren Metaanalysen mit randomisierten kontrollierten Studien.

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Konishi K, Wada K, Tamura T, Tsuji M, Kawachi T, Nagata C
Dietary magnesium intake and the risk of diabetes in the Japanese community: results from the Takayama study
Eur J Nutr. 2015 Dec 21

 

Diese japanische, prospektive Observationsstudie mit 10 Jahren Follow-up untersucht den Zusammenhang zwischen der Magnesiumaufnahme mit der Nahrung und dem Auftreten eines Diabetes. Teilnehmer waren 13525 gesunde Menschen, älter als 35 Jahre, deren Nahrungsaufnahme während des 1. Jahres der Studie aufgezeichnet wurde. Entsprechend ihrer täglichen Magnesiumaufnahme wurden sie in Quartile eingeteilt. Während der zehn Jahre entwickelten 438 Teilnehmer einen Diabetes. Daraus ergibt sich für Frauen im Quartil 4 mit der höchsten Magnesiumaufnahme (432 mg Mg/Tag) ein um 50 % geringeres Risiko, an Diabetes zu erkranken (HR = 0,5; 95 % CI = 0,3 - 0,84) als für Frauen im Quartil 1 mit der niedrigsten Magnesiumaufnahme (285 mg Mg/Tag). Auch in Quartil 3 war das Risiko bei Frauen schon um 50 % niedriger (HR = 0,5; 95 % CI = 0,31 - 0,81). Bei Männern gab es keine signifikanten Unterschiede.
Die Autoren schließen, dass eine magnesiumreiche Ernährung das Diabetesrisiko senken kann.

 

 

Guerrero-Romero F, Simental-Mendía L, Hernández-Ronquillo G, Rodriguez-Morán M
Oral magnesium supplementation improves glycaemic status in subjects with prediabetes and hypomagnesaemia: A double-blind placebo-controlled randomized Trial
Diabetes Metab. 2015 Apr 27

 

Die Wirkung einer zusätzlichen Magnesiumaufnahme (382 mg/Tag als 5 %-ige MgCl2-lösung) auf den Glukosestatus bei 116 Prädiabetes-Patienten mit Magnesiummangel (≤ 0,74 mmol/l) wurde in dieser randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie aus Mexiko untersucht.
Insgesamt verbesserten während der Studie 34 der 116 Teilnehmer ihren Glukosestatus, 50,8 % der Magnesiumgruppe und 7 % der Placebogruppe.
Nach 4 Monaten mit zusätzlicher Magnesiumeinnahme hatte sich der Glukosestatus im Vergleich zur Placebogruppe signifikant verbessert, im Einzelnen: die Glukosekonzentration im Blutserum sowie die Glukosekonzentration 2 h nach Zuckeraufnahme, die Insulinresistenz, die Triglycerid- und die HDL-cholesterinkonzentration im Blutserum.
Diese Ergebnisse zeigen, dass eine Magnesiumsupplementation die Blutzuckerkonzentration effektiv senkt und den Glukosestatus bei Erwachsenen mit Magnesiummangel und einem Prädiabetes verbessert.


 

 

Hamdan HZ, Nasser NM, Adam AM, Saleem MA, Elamin MI
Serum magnesium, iron and ferritin levels in patients with diabetic retinopathy attending makkah eye complex, khartoum, Sudan
Biol Trace Elem Res. 2015 May

 

In dieser Fall-Kontrollstudie aus dem Sudan wird der Zusammenhang zwischen einer diabetischen Retinopathie und der Magnesiumkonzentration im Blutserum untersucht.
Verglichen wurden 50 Diabetiker Typ2 mit und 50 ohne Retinopathie (Alter 57,5 Jahre, BMI 27).
Dabei zeigte sich, dass Diabetiker mit und ohne Retinopathie niedrige Mg-Werte im Serum haben (Norm für Erwachsene 0,73-1,06 mmo/l). Die Diabetiker mit Retinopathie hatten einen noch ausgeprägteren Magnesiummangel (< 0,61 mmo/l) als die Diabetiker ohne Retinopathie (< 0,8 mmol/l).
Die Studie liefert damit einen Hinweis, dass nicht nur die Blutzuckerwerte oder das erhöhte Insulin im Blut die Folgeschäden (wie Retinopathie) verursachen, sondern der Mechanismus auch über Magnesium geht und ein Magnesium-Mangel für die Schäden zumindest mitverantwortlich ist.

 

 

Dibaba DT(1), Xun P, Fly AD, Yokota K, He K

Dietary magnesium intake and risk of metabolic syndrome: a meta-analysis

Diabet Med. 2014 Jun 26. doi: 10.1111/dme.12537

 

In dieser Metaanalyse wurde untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Magnesium über die Nahrung und dem Risiko für ein metabolisches Syndrom gibt. Hierzu wurden verschiedene Datenbanken (PubMed, EMBASE) bis August 2013 durchsucht.
6 Querschnittsstudien mit insgesamt 24 473 Individuen (Alter > 18 Jahre) und 6311 Fällen mit metabolischem Syndrom wurden ausgewählt. Vier Studien stammten aus den USA, eine aus Taiwan und eine aus Italien. Alle Studien basierten auf der Allgemeinbevölkerung, es wurde der Einfluss von möglichen Störgrößen (Alter, Geschlecht, Lebensweise, Ernährung etc.) berücksichtigt. Die Information über die Magnesium-Aufnahme wurde über diverse Methoden erfasst (Fragebogen, Interviews), die aufgenommene Magnesium-Menge unterschiedlich eingeteilt (Tertile, Quartile, Quintile).
Beim Vergleich der geringsten (< 115 bis < 277 mg Magnesium/d) mit der höchsten (> 225 bis > 466 mg Magnesium/d ) Aufnahme ergab sich ein um ca. 30 % geringeres Risiko für ein metabolisches Syndrom bei der hohen Magnesiumzufuhr.
Die Bestimmung der Dosis-Wirkungs-Beziehung zeigte, dass das Risiko für das Auftreten eines metabolischen Syndroms um ca. 17 % sank für jede Zunahme der Magnesium-Aufnahme um 100 mg/Tag. Eine ausreichende Magnesiumzufuhr kann somit das Risiko für das Auftreten eines metabolischen Syndroms senken.

 

Solati M, Ouspid E, Hosseini S, Soltani N, Keshavarz M, Dehghani M
Oral magnesium supplementation in type II diabetic patients
Med J Islam Repub Iran. 2014 Jul 15;28:67

 

Diese randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie aus dem Iran untersucht die Wirkung einer Magnesiumsupplementation bei Patienten mit Diabetes Typ 2. 54 Patienten zwischen 20 und 60 Jahren erhielten verblindet 3 Monate lang entweder Magnesiumsulfat (3 Kapseln täglich mit je 100 mg Magnesium) oder einen Placebo. Bei der Patientengruppe, die Magnesiumsupplemente bekam, ergaben sich nach 3 Monaten signifikante Verbesserungen der Blutzuckerkonzentration, des Blutdrucks sowie der LDL- und nicht HDL-Cholesterin-Konzentrationen im Blut.
Die Autoren empfehlen bei Patienten mit Diabetes Typ 2 eine zusätzliche Magnesiumgabe, da diese kostengünstig, einfach und natürlich ist.


 

 

Agarwal R1, Iezhitsa L, Agarwal P.
Pathogenetic role of magnesium deficiency in ophthalmic diseases
Biometals. 2013 Nov 15

 

Dieser systematische Review befasst sich mit der pathogenetischen Rolle von Magnesium bei verschiedenen ophthalmologischen Erkrankungen. Hierzu wurden 130 englischsprachige Publikationen von 1920 bis 2013 zu diesem Thema einbezogen.
Magnesium ist ein wichtiger Bestandteil sowohl der Linse, der Kornea als auch des Kammerwassers. Ein Magnesiummangel resultiert in einem Anstieg der intrazellulären Calcium- und Natriumkonzentrationen sowie einer intrazellulären Verarmung an Kalium, da sowohl die Na+/ K+ -ATPase als auch die Ca+ ATPase abhängig von Magnesium sind. In Tierstudien konnte gezeigt werden, dass Magnesium wichtig für die Aufrechterhaltung von Funktion und Transparenz der Kornea ist, und ein Magnesiummangel zur Degeneration der Epithelzellen der Kornea und damit diversen Erkrankungen führt. Bei verschiedenen systemischen Entzündungen bzw. Autoimmunerkrankungen (Trachom, Uveitis etc.) liegt ein Magnesiummangel vor. Es konnte gezeigt werden, dass eine Supplementierung mit Magnesium (per os oder in Form von Augentropfen) als Begleitmedikation therapeutischen Nutzen hatte.
Bei der Entstehung des Katarakts sind oxidativer Stress, vermehrte Produktion von NO und Störungen des Elektrolytgleichgewichtes im Auge wichtige pathogenetische Faktoren.
Bei der Entstehung des Glaukoms spielen zusätzlich noch das Anschwellen von Zellen sowie Gefäßspasmen eine Rolle. Alle diese pathogenetischen Mechanismen können durch einen Magnesiummangel getriggert werden. Erste klinische Erfahrungen zeigen, dass sich das Gesichtsfeld bei Glaukompatienten durch eine Substitution mit Magnesium vergrößerte (Magnesium-Citrat 300 mg/d für 4 Wochen entsprechen 48 mg elementarem Magnesium).
Zahlreiche klinische Studien belegen den Zusammenhang einer Hypomagnesiämie und dem Auftreten von Retinopathie bei Patienten mit Diabetes mellitus. Ob hier die Hyperglykämie auslösend ist oder sekundär durch die Hypomagnesiämie bedingt ist, wird noch diskutiert. Konsens besteht darin, dass es durch den Magnesiummangel zu einem Ungleichgewicht zwischen vasokontriktiven (Thrombaxan A2, Endothelin -1) und vasodilatatorischen (Prostacyclin) Substanzen kommt mit Überwiegen der Vasokonstriktoren; dies resultiert in der Entstehung der diabetischen Retinopathie. In einer klinischen Studie an Patienten mit Diabetes mellitus verbesserte sich die Retinopathie nach Magnesium-Supplementierung für 4 Wochen (4,5 g/d Magnesium-Pidolat entsprechend 368 mg elementares Magnesium).
Die Autoren folgern, dass Magnesiummangel ein Kofaktor bei der Entstehung verschiedener Augenerkrankungen ist und dass weitere Studien erforderlich sind, um den therapeutischen Nutzen einer Magnesiumsubstitution zu klären.

 

 

Hata A, Doi Y, Ninomiya T, Mukai N, Hirakawa Y, Hata J, Ozawa M, Uchida K, Shirota T, Kitazono T, Kiyohara Y.
Magnesium intake decreases Type 2 diabetes risk through the improvement of insulin resistance and inflammation: the Hisayama Study
Diabet Med. 2013 Jun 12. doi: 10.1111/dme.12250.
 

Gegenstand dieser prospektiven Langzeitstudie aus Japan (Hisayama Study) war es, den Einfluss der Magnesiumaufnahme auf das Diabetes-Typ 2-Risiko in der japanischen Bevölkerung zu analysieren.
Es wurden insgesamt 1999 Probanden im Alter von 40-79 Jahren ohne Diabetes eingeschlossen und von 1988 bis 2009 jährlich überwacht. Zu Studienbeginn wurde ein oraler Glukosetoleranztest (75 g) durchgeführt. Während des Beobachtungszeitraumes entwickelten 417 Probanden einen Diabetes mellitus. Nach Abgleich von Alter und Geschlecht sank die Inzidenz für Typ-2-Diabetes signifikant mit ansteigender Magnesiumaufnahme (P = 0,01). Die Magnesiumaufnahme war in die folgenden Quartile eingeteilt worden: ≤ 148,5; 148,6-171,5; 171,6-195,5 und ≥ 195,6 mg/Tag.
In einer multivariaten Analyse war die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Diabetes mellitus im höchsten Quartil um 37 % geringer als im niedrigsten Quartil (95 % Konfidenzintervall: CI 0,44-0,90; P = 0,01).
Die Analyse der Untergruppen zeigte eine signifikante Interaktion zwischen Magnesium-aufnahme und Insulin-Resistenz, CRP, Alkoholkonsum und Typ-2-Diabetes-Risiko (P < 0,05). Die Autoren schlussfolgern, dass in der japanischen Bevölkerung eine erhöhte Magnesiumaufnahme ein protektiver Faktor bezüglich der Inzidenz von Typ-2-Diabetes ist, insbesondere bei Personen mit Insulinresistenz, positiven Entzündungszeichen und erhöhtem Alkoholkonsum.

 

Xu J, Xu W, Yao H, Sun W, Zhou Q, Cai L.
Associations of serum and urinary magnesium with the pre-diabetes, diabetes and diabetic complications in the Chinese Northeast population

PLoS One. 2013;8(2):e56750. doi: 10.1371/journal.pone.0056750. Epub 2013 Feb 13

 

Diese kontrollierte klinische Studie ging der Frage nach, inwieweit die Höhe der Magnesium-Spiegel in Serum