Forschung und WissenschaftMagnesiumHerz-Kreislauf ab 2013

 

Aus Forschung & Wissenschaft

Magnesium

 

Herz-Kreislauf

Nicht nur bei Herzrhythmusstörungen zeigt Magnesium positive Einflüsse - dieser Effekt ist seit Längerem bekannt. Auch bei Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Arteriosklerose und Bluthochdruck, zeigen sich durch Magnesium positive Einflüsse und Risikominderungen, wie zahlreiche Studien belegen. Und schließlich haben Untersuchungen sogar nachgewiesen, dass der Mineralstoff auch bei manifesten Erkrankungen wie koronarer Herzkrankheit den Verlauf und die Symptomatik bessern kann.

 

Joris PJ, Plat J, Bakker SJ, Mensink RP
Long-term magnesium supplementation improves arterial stiffness in overweight and obese adults: results of a randomized, double-blind, placebo-controlled intervention trial
Am J Clin Nutr. 2016 May;103(5):1260-6 

 

Diese randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie aus den Niederlanden untersucht an 51 übergewichtigen und leicht fettleibigen Probanden den Einfluss einer Magnesiumsupplementation auf die arterielle Steifigkeit.
24 Wochen lang erhielten 26 Probanden täglich 350 mg Magnesiumcitrat aufgeteilt in drei Portionen, 25 Probanden erhielten einen Placebo.
Während nach zwölf Wochen Intervention zwischen den beiden Gruppen noch keine Unterschiede gemessen werden konnten, war nach 24 Wochen die Magnesiumkonzentration im Blutserum in der Magnesiumgruppe tendenziell stärker angestiegen als in der Placebogruppe (um 0,02 mmol/l, p = 0,09). Die Magnesiumausscheidung mit dem Urin stieg in der Versuchsgruppe um 2 mmol / 24 h und blieb in der Kontrollgruppe gleich.
Nach 24 Wochen, hatte in der Magnesiumgruppe auch die arterielle Steifigkeit signifikant stärker abgenommen (PWVc-f -1,0 m/s, CI 95 % = -0,4 - -1,6 m/s; p = 0,001) als in der Kontrollgruppe.
Die Autoren schließen, dass bei übergewichtigen Erwachsenen eine tägliche Magnesiumsupplementation von 350 mg in einem klinisch relevanten Maß die arterielle Steifigkeit reduziert und sich somit positiv auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems auswirkt.

 

Kunutsor SK, Khan H, Laukkanen JA
Serum magnesium and risk of new onset heart failure in men: the Kuopio Ischemic Heart Disease Study
Eur J Epidemiol. 2016 May 25

 

Diese Observationsstudie untersucht den Zusammenhang zwischen der Magnesiumkonzentration im Blutserum und dem Auftreten eines Herzversagens bei 2181 finnischen Männern zwischen 42 und 61 Jahren.
Während des Follow-up-Zeitraums von 24,8 Jahren traten 278 Fälle von Herzversagen auf.
Daraus ergab sich ein signifikanter umgekehrter Zusammenhang zwischen der Magnesiumkonzentration im Blutserum und dem Auftreten eines Herzversagens.
Mit einer um 0,16 mg/dl höheren Magnesiumkonzentration sank das Risiko für ein Herzversagen um 13 % (HR = 0,87; CI 95 % = 0,76 - 0,98, p = 0,028).
Die Subgruppenanalyse ergab, dass bei Teilnehmern mit Diabetes in ihrer Krankheitsgeschichte das Risiko für ein Herzversagen bei einer um 0,16 mg/dl höheren Magnesiumkonzentration sogar um 56 % sank (HR = 0,44; CI 95 % = 0,24 - 0,81, p = 0,023).
Auch bei Teilnehmern ohne Koronare Herzkrankheit in ihrer Krankheitsgeschichte sank das Risiko für ein Herzversagen um 23 % (HR = 0,77; CI 95 % = 0,65 - 0,90, p = 0,013) bei einer um 0,16 mg/dl höheren Magnesiumkonzentration.
In der Studie ging die Magnesiumkonzentration im Blutserum signifikant, unabhängig und invers mit einem zukünftigen Risiko zu Herzversagen einher.
 

 

Sarrafzadegan N, Khosravi-Boroujeni H, Lotfizadeh M, Pourmogaddas A, Salehi-Abargouei A
Magnesium status and the metabolic syndrome: A systematic review and meta-analysis
Nutrition. 2016 Apr;32(4):409-17 

 

Diese Meta-Analyse untersucht den Zusammenhang zwischen der Magnesiumaufnahme mit der Nahrung bzw. der Magnesiumkonzentration im Blutserum und dem metabolischen Syndrom. Bis Februar 2014 wurden dazu 9 Observationsstudien mit insgesamt 31876 Teilnehmern und 8 Fall-Kontroll-Studien mit insgesamt 3487 Teilnehmern gefunden und analysiert.
Die Meta-Analyse der Observationsstudien ergab, dass für Teilnehmer, die mehr Mg mit der Nahrung aufnahmen, die Wahrscheinlichkeit am metabolischen Syndrom zu leiden, um das 0,73-fache geringer war: (OR = 0,73; CI 95 % = 0,62 - 0,86).
Aus den Fall-Kontroll-Studien ergab sich, dass die Magnesiumkonzentration im Blutserum bei Teilnehmern mit metabolischem Syndrom durchschnittlich um 0,19 mg/dl (CI 95 % = - 0,36 bis - 0,03, p = 0,023) niedriger war, als bei Teilnehmern ohne metabolisches Syndrom.
Die Autoren finden einen deutlichen umgekehrten Zusammenhang zwischen der Magnesiumaufnahme mit der Nahrung und dem Vorhandensein eines metabolischen Syndroms. Dieser Zusammenhang ist auch zur Magnesiumkonzentration im Blutserum gegeben, jedoch wegen der großen Heterogenität der Studien nur schwach signifikant

 

Zhang X, Li Y, Del Gobbo LC, Rosanoff A, Wang J, Zhang W, Song Y
Effects of Magnesium Supplementation on Blood Pressure: A Meta-Analysis of Randomized Double-Blind Placebo-Controlled Trials
Hypertension. 2016 Aug

 

Diese Meta-Analyse untersucht die Wirkung von Magnesiumsupplementen auf den Blutdruck. Dazu wurden 34 randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studien mit insgesamt 2028 Teilnehmern ausgewertet.
Über die Studien hinweg bewirkte eine Magnesiumsupplementation eine Blutdrucksenkung beim systolischen Blutdruck um 2,0 mmHg, 95 % CI = 0,43 - 3,58 und beim diastolischen Blutdruck um 1,78 mmHg, 95 % CI = 0,73 - 2,82 im Vergleich zum Placebo.
Bei Teilnehmern, bei denen zu Studienbeginn sehr niedrige Magnesiumkonzentrationen im Blutserum vorlagen, bewirkte die Magnesiumgabe eine signifikante Senkung des Blutdrucks. Weitere Auswertungen ergaben, dass eine Magnesiumsupplementation von 300 mg/Tag ausreicht, um den Blutdruck zu senken.
Die Autoren schließen, dass die Einnahme von Magnesium einen blutdrucksenkenden Effekt sowohl auf den systolischen als auch auf den diastolischen Wert bei Hypertonikern und Teilnehmern mit normalem Blutdruck hat.  

 

Bain LK, Myint PK, Jennings A, Lentjes MA, Luben RN, Khaw KT, Wareham NJ, Welch AA

The relationship between dietary magnesium intake, stroke and its major risk factors, blood pressure and cholesterol, in the EPIC-Norfolk cohort

Int J Cardiol. 2015 Oct 1;196:108-14

 

Diese Studie analysiert die Daten von 4443 Teilnehmern zwischen 39 und 78 Jahren der EPIC-Norfolk-Studie (1993-1997) in Bezug auf einen Zusammenhang zwischen der Magnesiumaufnahme mit der Nahrung und einem Herzinfarktrisiko (Follow-up: 11- 15 Jahre).
Bei Männern und Frauen war die Gesamtcholesterinkonzentration im Blut im Quintil mit der höchsten Magnesiumaufnahme = Q5 (386 - 828 mg/Tag) signifikant niedriger, als im Quintil mit der niedrigsten Magnesiumaufnahme = Q1 (85 - 242 mg/Tag) und zwar (5,91 vs. 6,21 mmol/l). Zudem war bei Männern der Blutdruck in Q5 signifikant niedriger (-7 mm Hg systolisch und -3,8 mm Hg diastolisch) als in Q1. Diesen Trend gab es auch bei Frauen, jedoch nicht signifikant. Insgesamt sprechen die Daten für den Trend, dass eine niedrigere Magnesiumaufnahme mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko einhergeht. Signifikanz wurde bei Männern beim Vergleich der 10 % mit der niedrigsten Magnesiumaufnahme (85 - 214 mg/Tag) und den 30 % mit der höchsten Magnesiumaufnahme (354 - 828 mg/Tag) erreicht.
Mit der höchsten Magnesiumaufnahme war das Risiko für einen Herzinfarkt um 41 % geringer (HR = 0,59; CI = 0,38 - 0,04; p = 0,04).
Die Autoren vermuten, dass eine erhöhte Magnesiumaufnahme mit der Nahrung sowohl den Blutdruck, als auch das Herzinfarktrisiko senkt, was bedeutsam für eine Prävention ist.

 

Guerrero-Romero F, Rodríguez-Morán M, Hernández-Ronquillo G, Gómez-Díaz R, Pizano-Zarate ML, Wacher N, Mondragón-González R, Simental-Mendia LE; Network of Childhood Obesity of the Mexican Social Security Institute
Low Serum Magnesium Levels and Its Association with High Blood Pressure in Children
J Pediatr. 2015 Oct 17


Diese Observationsstudie untersucht an 3954 gesunden mexikanischen Kindern zwischen 6 und 15 Jahren, ob es einen Zusammenhang zwischen der Magnesiumkonzentration im Blutserum und der Höhe des Blutdrucks gibt. Es ergab sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen Magnesiummangel und Prähypertonie sowie Hypertonie, der bei Kindern zwischen sechs und zehn Jahren deutlicher war als bei den älteren Kindern.
So war bei Kindern zwischen sechs und zehn Jahren mit Magnesiummangel die Wahrscheinlichkeit einer Prähypertonie um das 2,18-fache höher und die Wahrscheinlichkeit einer Hypertonie um das 4,87-fache höher als bei Kindern ohne Magnesiummangel. Bei den älteren Kindern zwischen elf und fünfzehn Jahren mit Magnesiummangel war die Wahrscheinlichkeit einer Prähypertonie um das 1,38-fache höher und die Wahrscheinlichkeit einer Hypertonie um das 1,38-fache höher als bei Kindern ohne Magnesiummangel.
Die Autoren schließen, dass Magnesiummangel signifikant mit einem Bluthochdruck in augenscheinlich gesunden Kindern einhergeht.

 

 

 

La SA, Lee JY, Kim DH, Song EL, Park JH, Ju SY
Low Magnesium Levels in Adults with Metabolic Syndrome: a Meta-Analysis
Biol Trace Elem Res. 2015 Jul 26

 

Dieser Review mit Meta-Analyse geht der Frage nach, ob ein Zusammenhang zwischen der Magnesiumkonzentration und dem metabolischen Syndrom besteht. 14 relevante Observationsstudien wurden ausgewertet, bei denen die Magnesiumkonzentration überwiegend im Blutserum gemessen wurde, aber auch in Haaren oder mononukleären Zellen. Die Standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD) aller 14 Studien ergab einen signifikanten, umgekehrten Zusammenhang (SMD = -0,98; 95 % CI = -1,44 bis - 0,52) zwischen Magnesiumkonzentration und metabolischem Syndrom. Zudem wurden Subgruppenanalysen mit folgenden Ergebnissen durchgeführt:

- Bei Gesunden war der Zusammenhang deutlicher als bei Diabetikern oder Fettleibigen, jedoch beide Male signifikant;
- Bei Männern allein gab es keinen signifikanten Zusammenhang, jedoch in der gemischten Gruppe;
- Bei jüngeren war der Zusammenhang deutlicher als bei älteren, jedoch in beiden Fällen signifikant.

Die Autoren schließen daraus, dass trotz der großen Heterogenität der Studien diese Meta-Analyse darauf hinweist, dass ein metabolisches Syndrom eher bei Menschen mit niedrigeren Magnesiumkonzentrationen auftritt.

 

 

Ursula Meyer-König, Johannes Naumann

Magnesium und kardiovaskuläre Gesundheit

e&m, Ernährung und Medizin, 2/2015, 30. Jahrgang

 

Magnesium hat vasodilatatorische, antientzündliche und antiarrhythmische Eigenschaften. Auch bei normalen Werten im Serum kann ein Magnesiummangel vorligen. Die überwiegende Zahl der klinischen Studien zeigt deutlich eine Schutzwirkung von Magnesium auf kardiovaskuläre Erkrankungen und Risikofaktoren. Eine ausreichende Aufnahme von Magnesium sollte deshalb unbedingt erfolgen. Magnesiumhaltige Nahrungsmittel und Mineral- und Heilwässer sind wesentliche Bestandteile einer gesunden Ernährung und kardioprotektiven Lebensweise.

 

Rodríguez-Ramírez M, Simental-Mendía LE, González-Ortiz M, Martínez-Abundis E, Madero A1, Brito-Zurita O, Pérez-Fuentes R, Revilla-Monsalve C, Islas-Andrade S, Rodríguez-Morán M1, Guerrero-Romero F
Prevalence of Prehypertension in Mexico and Its Association With Hypomagnesemia
Am J Hypertens. 2015 Aug;28(8):1024-30

 

In einer mexikanischen Beobachtungsstudie mit 921 gesunden Teilnehmern zwischen 20 und 65 Jahren wurde der Zusammenhang zwischen einer Prähypertonie und einem Magnesiummangel untersucht. Eine Prähypertonie wurde diagnostiziert, wenn der systolische Blutdruck bei 120-139 mm Hg lag und/oder der diastolische bei 80-90 mm Hg. Magnesiummangel wurde definiert als eine Magnesiumkonzentration im Blutserum von unter 1,8 mg/dl. Bei 520 Teilnehmern wurde eine Prähypertonie diagnostiziert. Diese hatten eine signifikant geringere Magnesiumkonzentration im Blutserum als die Teilnehmer ohne Prähypertonie (1,78 ± 0,36 vs. 1,95 ± 0,37). Umgekehrt fand sich bei 63,8 % der Teilnehmer mit Magnesiummangel (n = 276) eine Prähypertonie, dagegen nur bei 34,9 % der Teilnehmer ohne Magnesiummangel.
Nach einer multiplen, logistischen Regressionsanalyse, die diverse Störfaktoren wie Alter, Geschlecht, Glukosekonzentration und Blutfettkonzentrationen berücksichtigte, ergab sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen Magnesiummangel und Prähypertonie: Die Wahrscheinlichkeit einer Prähypertonie war bei Magnesiummangel um das 1,78-fache höher (OR = 1,78; 95 % CI = 1,5 - 4,0, p < 0,0005).


 

 

Yukio Yamori, Miki Sagara, Shunsaku Mizushima, Longjian Liu, Katsumi Ikeda and Yasuo Nara
An inverse association between magnesium in 24-h urine and cardiovascular risk factors in middle-aged subjects in 50 CARDIAC Study populations
Hypertension Research (2015) 38, 219-225 

 

Diese Querschnittstudie analysiert, ob es weltweit einen Zusammenhang zwischen dem Magnesiumstatus und Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen gibt. Dazu wurden die Daten von 4211 Teilnehmern der CARDIAC-Studie (Cardiovascular Disease and Alimentary Comparison Study 1985-1994) ausgewertet, die zwischen 48 und 56 Jahren waren und aus 22 verschiedenen Ländern aller Kontinente kamen. Die Magnesiumaufnahme wurde über die Magnesiumausscheidung mit dem Urin mittels des Mg/Creatinin-Verhältnisses bestimmt. Im Vergleich der Quintile der niedrigsten (≤49 mg/g, n = 842) mit der höchsten (≥ 103 mg/g, n = 842) Magnesiumaufnahme ergaben sich folgende Ergebnisse:
Bei den Teilnehmern mit der höchsten Magnesiumaufnahme war der BMI um 6,3 % niedriger, der systolische Blutdruck um 3,4 % niedriger, der diastolische Blutdruck um 5,3 % niedriger und das Gesamtcholesterin um 4,6 % niedriger. Die Teilnehmer mit der niedrigsten Magnesiumaufnahme waren mit einer mehr als doppelt so großen Wahrscheinlichkeit fettleibig (OR = 2,1 CI = 1,50 - 2,95), hatten mit einer 1,5-fach höheren Wahrscheinlichkeit Bluthochdruck (OR = 1,55 CI = 1,25 - 1,92), hatten mit doppelter Wahrscheinlichkeit hohes Gesamtcholesterin (OR = 2,06 CI = 1,63 - 2,62).
Die Autoren schließen, dass unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit eine hohe Magnesiumaufnahme zu weniger Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen (BMI, Blutdruck, Cholesterin, Adipositas) führt und umgekehrt, dass Magnesiummangel mit einer Prädisposition zu Bluthochdruck einhergeht.

 

 

Ritwik Dey, Medha Rajappa, Sreejith Parameswaran, G. Revathy
Hypomagnesemia and atherogenic dyslipidemia in chronic kidney disease: surrogate markers for increased cardiovascular risk
Clinical and Experimental Nephrology, February 2015

 

Diese Querschnittsstudie aus Indien untersuchte den Zusammenhang zwischen der Magnesiumkonzentration im Blutserum und den Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen an 90 Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz und 90 Gesunden.
Im Vergleich waren die Magnesiumkonzentrationen im Blutserum bei den Gesunden (im Mittel 0,96 mmol/l) gegenüber den Niereninsuffizienten (im Mittel 0,76 mmol/l) und auch im Urin signifikant (48,7 mmol/Tag versus 12,7 mmol/Tag) höher.
Zudem bestanden bei den Niereninsuffizienten vermehrt Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen, wie eine Fettstoffwechselstörung (signifikant erhöhte Konzentration von Gesamt-Cholesterin, LDL-Cholesterin und nicht-HDL- Cholesterin) und ein metabolisches Syndrom (erhöhter Hüftumfang, Blutdruck, Blutfette und Blutzucker).
Die Autoren folgern daraus, dass ein niedriges Magnesium im Blutserum ein Ersatz - Marker für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sein kann. Um das kardiovaskuläre Risiko zu senken, sollte Magnesium substituiert werden.

 

 

Cao Y, Wang C, Guan K, Xu Y, Su YX, Chen YM
Association of magnesium in serum and urine with carotid intima-media thickness and serum lipids in middle-aged and elderly Chinese: a community-based cross-sectional study
Eur J Nutr. 2015 Mar 7

 

Diese Querschnittsstudie untersucht an 2837 Chinesen im Alter von 40 - 75 Jahren (BMI 23,5), bei denen zuvor noch nie eine kardiovaskuläre Erkrankung auftrat, den Zusammenhang zwischen dem Magnesiumstatus und kardiovaskulären Risikofaktoren. Dazu wurden an einem Tag die Magnesiumkonzentrationen im Blutserum sowie im Urin bestimmt und die Innenwanddicke der Halsschlagader sowie auch die Blutfettkonzentrationen gemessen.
Je höher die Magnesiumkonzentration im Blut oder im Urin war, desto geringer war die Innenwanddicke der Halsschlagader: eine um 1 mmol/l höhere Magnesiumkonzentration im Blutserum ging einher mit einer um 117 µm dünneren Innenwand der Halsschlagader bei Männern und um 86 µm dünneren Innenwand der Halsschlagader bei Frauen. Dieses signifikante Ergebnis ergab sich auch für die Magnesiumkonzentration im Urin.
Zwar korrelierten höhere Magnesiumkonzentrationen im Blutserum mit höherem Gesamtcholesterin, jedoch war das Nicht-HDL-Cholesterin/HDL-Cholesterin-Verhältnis (wichtigster Parameter für das Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko) kleiner, je größer die Blutserum-Magnesiumkonzentration war.
Diese Studie deutet somit darauf hin, dass Magnesium unabhängig von den Blutfetten positiv auf die Vorbeugung von Atherosklerose wirkt.

 

 

Ju SY, Choi WS, Ock SM, Kim CM, Kim DH.
Dietary magnesium intake and metabolic syndrome in the adult population: dose-response meta-analysis and meta-regression.
Nutrients. 2014 Dec 22;6(12):6005-19

 

In einer Meta-Analyse bzw. Meta-Regression von 8 Querschnitts- und 2 Kohortenstudien gehen die Autoren der Frage nach, welchen Einfluss die Aufnahme von Magnesium auf das Auftreten eines metabolischen Syndroms hat.
Sie kommen dabei zu dem Ergebnis, dass die Magnesium-Aufnahme signifikant umgekehrt assoziiert ist mit dem Auftreten eines metabolischen Syndroms. Je 150 mg mehr Magnesium-Aufnahme pro Tag sinkt das Risiko für ein metabolisches Syndrom um ca. 12 % (HR = 0,88, CI 0,83-0,93).
 

 

Jaakko Mursu, Tarja Nurmi, Sari Voutilainen, Tomi-Pekka Tuomainen, Jyrki K. Virtanen
The association between serum 25-hydroxyvitamin D3 concentration and risk of disease death in men: modification by magnesium intake
European Journal of Epidemiology Date: 12 Mar 2015

 

Diese Nachauswertung einer prospektiven Querschnittsstudie mit 1892 männlichen Finnen zwischen 42 und 60 Jahren der KIHD-Studie (Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study, 1984-1989) untersucht, inwieweit Magnesium die positiven Gesundheitseffekte von Vitamin D in Bezug auf das Sterberisiko beeinflusst.
Die Teilnehmer waren zu Studienbeginn nicht an Krebs erkrankt und litten nicht unter einer Herz-Kreislauferkrankung. Die Nahrungsaufnahme zur Bestimmung der aufgenommenen Magnesiummenge wurde mit wöchentlichen 4-Tage-Essens-Fragebogen über ein Jahr erhoben.
Die Vitamin D - Konzentration im Blutserum wurde zu Beginn der Studie bestimmt.
Alle 670 Todesfälle bis 31. Dezember 2012 wurden bei der Auswertung berücksichtigt.
Die Teilnehmer wurden nach der Serum-Vitamin D - Konzentration (nmol/l) in Tertile eingeteilt 32,1 - 49,4 >49,4), wobei im Drittel mit der geringsten Vitamin D Konzentration im Blut (<32,1 nmol/l) das Risiko zu sterben um ca. 31 % höher war.
Besonders interessant ist aber, dass dieser Zusammenhang nur in der Gruppe mit niedrigerer Magnesiumaufnahme (< 414 mg pro Tag) mi einem um ca 60 % erhöhten Sterberisiko bestand, währen in der Gruppe mit der höheren Magnesiumaufnahme (> 414 mg pro Tag) es kein erhöhtes Sterberisiko bei niedrigeren Serum-Vitamin D - Konzentrationen gab.
Die nachteiligen Wirkungen des Vitamin D Mangels konnten also mit mehr Magnesiumaufnahme kompensiert werden.
Die Autoren folgern dass niedrige Serum-Vitamin D - Konzentrationen mit erhöhtem Sternerisiko einher gingen, jedoch hauptsächlich bei Menschen, die eine geringere Menge Magnesium, einem essentiellen Faktor im Stoffwechsel von Vitamin D, mit der Nahrung zu sich nahmen. Weitere Studien sollten diesen Zusammenhang untersuchen.

 

 

Martha Rodrıguez-Moran and Fernando Guerrero-Romero
Oral Magnesium Supplementation Improves the Metabolic Profile
of Metabolically Obese, Normal-weight Individuals: A Randomized
Double-blind Placebo-controlled Trial

Archives of Medical Research 45 (2014, April) 388-393

 

In dieser randomisierten, doppelblinden und plazebo-kontrollierten Studie wurde untersucht,
ob die Gabe von Magnesium Stoffwechsel und Blutdruck bei Personen mit metabolischem Syndrom mit Normalgewicht verbessert.
47 Personen mit niedrigen Serum-Magnesiumspiegeln (< 1,8 mg/dl) im Alter von 20 - 60 Jahren wurden in die Studie aufgenommen.
Die Teilnehmer der Interventionsgruppe bekamen 30 ml einer 5%igen MgCl2-Lösung (entsprechend 382 mg elementares Magnesium) oder Placebo einmal täglich über 4 Monate.
Die Nahrung während der Studienzeit bestand aus 40 % Fett, 40 % Kohlenhydraten, 20 % Eiweiß. Die Probanden sollten sich mind. 3 mal wöchentlich für 30 min sportlich betätigen.
Die Ausgangswerte unterschieden sich nicht signifikant in Interventions- und Kontrollgruppe.
Nach der Studienphase verbesserten sich signifikant (p < 0,05) die folgenden Parameter in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (KG):
Systolischer/diastolischer Blutdruck Reduktion um 2,1 / 3,8 % (KG Anstieg um 3,9 / 7,5 %); Nüchternblutzucker Reduktion um 12,3 % (KG: Reduktion um 1,8 %); HOMAR-IR-Index Reduktion um 46,5 % (KG: Reduktion um 5,4 %); Triglyceride Reduktion um 47,4 % (KG: Reduktion um 10,1 %).
Die Autoren folgern, dass die Zufuhr von Magnesium signifikant die Stoffwechsellage und den Blutdruck von Personen mit metabolischem Syndrom mit Normalgewicht verbessert.

 

 

Guasch-Ferré M, Bulló M, Estruch R, Corella D, Martínez-González MA, Ros E,
Covas M, Arós F, Gómez-Gracia E, Fiol M, Lapetra J, Muñoz MÁ, Serra-Majem L,
Babio N, Pintó X, Lamuela-Raventós RM, Ruiz-Gutiérrez V, Salas-Salvadó J;
PREDIMED Study Group

Dietary magnesium intake is inversely associated with mortality in adults at high
cardiovascular disease risk

J Nutr. 2014 Jan;144(1):55-60. doi: 10.3945/jn.113.183012. Epub 2013 Nov 20

 

In dieser aktuellen Reanalyse der spanischen PREDIMED-Studie (Prävention durch mediterrane Kost) wurde die Magnesium-Aufnahme mit der Sterblichkeit und der Häufigkeit kardiovaskuläre Ereignisse korreliert. Die gesamte tägliche Einnahme von Magnesium wurde einmal jährlich bei 7216 Teilnehmern mittels 137-teiligem Fragebogen erfasst. Je nach mittlerer aufgenommener Menge wurden Tertile gebildet: 312 mg/Tag, 341 mg/Tag und 442 mg/Tag. Auch der Grad der körperlichen Aktivität, Blutdruck, Größe, Gewicht und Hüftumfang wurden gemessen. Erkrankungen wurden einmal jährlich überprüft. Die Sterblichkeit wurde über das nationale Sterbe-Register erfasst. Die Teilnehmer mit der höchsten Magnesium-Aufnahme lebten gesünder (weniger Alkohol, weniger Rauchen, mehr Sport, weniger Übergewicht).
In einer multivariaten Analyse hatten die Teilnehmer im höchsten Tertil der Magnesium-Aufnahme eine um 37 % geringere Gesamtsterblichkeit verglichen mit den Teilnehmern im niedrigsten Tertil. Die Magnesium-Aufnahme verhielt sich umgekehrt proportional zurSterblichkeit (kardiovaskulär, Krebs). Somit konnte eindeutig gezeigt werden, dass Personen mit kardiovaskulärem Risiko der Mittelmeerregionen von einer magnesiumreichen Kost in puncto Mortalitätsrisiko profitieren.

 

Hruby A, O'Donnell CJ, Jacques PF, Meigs JB, Hoffmann U, McKeown NM

Magnesium intake is inversely associated with coronary artery calcification: the
Framingham Heart Study

JACC Cardiovasc Imaging. 2014 Jan; Epub 2013 Nov 27

 

Eine der wichtigsten epidemiologischen Studien der USA, die Framingham Heart Study, wurde 1948 initiiert, um die Bevölkerung systematisch auf Ursachen und Risiken der Koronaren Herzkrankheit und der Arteriosklerose zu untersuchen. Die Studie läuft mittlerweile über mehrere Generationen. In der aktuell publizierten Studie wurden 2695 Teilnehmer aus den Jahren 1998 bis 2005 ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung rekrutiert mit einem Altersdurchschnitt von 53 Jahren. Bei allen Probanden wurde ein Computer-Tomogramm von Herz und Bauchraum durchgeführt, mit dem Ziel, den Verkalkungsgrad von Koronararterien und Aorta zu bestimmen und diesen mit der Aufnahme von Magnesium aus der Nahrung zu korrelieren. Hierzu wurden verschiedene biometrische und laborchemische Daten erhoben sowie Fragen nach Ernährungsgewohnheiten mittels Fragebogen erfasst. Der Magnesium-Konsum aus Nahrung und Supplementen wurde in Quartile eingeteilt (mg/Tag: 259, 304, 351, 427). Es zeigte sich, dass ein höherer Magnesium-Konsum mit einem gesünderen Lebensstil assoziiert war. Eine multivariate Analyse erbrachte, dass ein Anstieg des Magnesium-Konsums um 50 mg pro Tag mit einer 22 %igen Reduktion der Koronararterien- und einer 12 %igen Reduktion der Aortenverkalkung verknüpft war.
Die Odds Ratio für Koronararterienverkalkung war bei den Teilnehmern mit dem höchsten Magnesium-Konsum um 58 % geringer als bei denjenigen mit dem geringsten Konsum; die Odds Ratio für Aortenverkalkung war um 34 % geringer. Diese umgekehrte Korrelation war bei Frauen ausgeprägter als bei Männern.
Die Autoren folgern, dass Personen ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen der Arterienverkalkung durch eine Magnesiumreiche Kost vorbeugen können.

 

Kolte D, Vijayaraghavan K, Khera S, Sica DA, Frishman WH
Role of magnesium in cardiovascular diseases
Cardiol Rev. 2014 Jul-Aug;22(4):182-92
 

Diese Übersichtsarbeit US-amerikanischer Autoren befasst sich mit der Rolle von Magnesium beim Schutz vor kardiovaskulären Erkrankungen mit Schwerpunkt auf pathophysiologischen Zusammenhängen.
Ein nahrungsbedingter Magnesiummangel ist in westlichen Industrienationen weit verbreitet. So konsumieren 65 % der US-Amerikaner weniger Magnesium als empfohlen (alters- und geschlechtsabhängig 310 - 420 mg/d). Auch ein Verlust über Niere oder Darm bzw. angeborene Störungen sind Ursachen für einen Magnesiummangel. Die Konzentration von Magnesium im Serum reflektiert nicht die intrazellulären Magnesiumspiegel, daher kann der Serumspiegel auch bei Magnesiummangel normal sein.
Da extra- und intrazellulär frei verfügbare Magnesiumionen die calciumabhängige Erregbarkeit der Gefäßmuskelzellen inhibieren, wird die Vasodilatation durch Magnesium gefördert und der Blutdruck gesenkt. Ein Magnesiummangel führt zu oxidativem Stress und Entzündung der Endothelzellen sowie zu Thrombozytenaggregation; bei ausreichender Magnesiumzufuhr kann diesen atherogenen Prozessen entgegengewirkt werden.
Bei Durchblutungsstörungen des Herzmuskels kann Magnesium vor postischämischen Schäden schützen.
In der Herzmuskelzelle blockiert Magnesium Ionenkanäle, stabilisiert damit die Zellmembran und verzögert die Reizleitung, was die antiarrhythmischen Eigenschaften von Magnesium erklärt.
Die überwiegende Zahl der zitierten klinischen Studien bestätigt diese Wirkungen von Magnesium.
Bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen konnten Magnesium- Supplemente von 360 bzw. 800 mg/Tag die Leistungsfähigkeit und kardiale Funktion verbessern. Für die Allgemeinbevölkerung wird jedoch für eine reichliche Mg-Aufnahme aus Nahrungsquellen plädiert.
Somit belegen die Autoren, dass Magnesium vasodilatatorische, antiinflammatorische, antiischämische und antiarrhythmische Eigenschaften hat und daher wichtig in der Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen ist.

 

 

Simental-Mendía LE, Rodríguez-Morán M, Guerrero-Romero F
Oral magnesium supplementation decreases C-reactive protein levels in subjects with prediabetes and hypomagnesemia: a clinical randomized double-blind placebo-controlled trial
Arch Med Res. 2014 May;45(4):325-30. doi: 10.1016/j.arcmed.2014.04.006. Epub 2014 May 9

 

In dieser randomisierten kontrollierten doppelblinden Studie wurde untersucht, ob sich mit Mg-Gabe das hsCRP (Entzündungsparameter und Risikofaktor für Arteriosklerose) bei Menschen mit Prädiabetes senken lässt.
Dazu erhielten 62 gesunde Männer und (nicht schwangere) Frauen im Alter von 18-65 Jahren mit Erstdiagnose Hypomagnesiämie verblindet jeweils 1 x täglich über 3 Monate nüchtern entweder Magnesium-Chlorid (= 382 mg elementares Mg) oder in der Kontrollgruppe 30 ml Na-Bicarbonat 0.1 % Lösung.
Für das primäre Zielkriterium hsCRP in der Mg-Gruppe mit 0,5 mg/l gegenüber Placebo 1,84 mg/l (=4.8 nmol/l vs 17.5 nmol/l)
Weitere Unterschiede mit fanden sich für Magnesium im Serum in der Mg-Gruppe mit 0.86 mmol/l gegenüber Placebo 0.69 mmol/l, Nüchtern Blutzucker Mg-Gruppe 5.5 mmol/l gegenüber Placebo 6.2 mmol/l und im oralen Glucose-Toleranz-Test Mg-Gruppe 6.9 mmol/l gegenüber Placebo 7.9 mmol/l.
Diese Studie zeigt, dass Menschen mit Prädiabetes und Hypomagnesiämie mit einer einfachen Ergänzung von 382 mg Magnesium pro Tag ihr hsCRP und damit ihr Arterioskleroserisiko senken und damit wahrscheinlich metabolische Störungen und Folgeerkrankungen mindern können. Dies Ergebnis bestätigt frühere Studien und eine Meta-Analyse dieser Studien (Dibaba et al 2014).

 

 

Sluijs I(1), Czernichow S, Beulens JW, Boer JM, van der Schouw YT, Verschuren WM,
Grobbee DE
Intakes of potassium, magnesium, and calcium and risk of stroke
Stroke. 2014 Apr;45(4):1148-50

 

In dieser prospektiven Kohortenstudie wurde der Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Kalium, Magnesium und Calcium mit dem Schlaganfallrisiko untersucht. Hierzu wurden von 36 094 Teilnehmern im Alter von 21 bis 70 Jahren eingeschlossen. Ernährungsgewohnheiten wurden mittels Fragebogen erfasst.
Während der 12jährigen Nachbeobachtungszeit ereigneten sich 631 Schlaganfälle. Nach Abgleich von Störfaktoren war in einer multivariaten Analyse mit einer Zunahme um 100 mg Magnesium/Tag ein Absinken des Schlaganfallrisikos um 20 % (Magnesium aus der Nahrung ohne Supplemente ) bzw. 22 % (Magnesium aus Nahrung plus Supplemente) verknüpft. Es gab keinen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Kalium oder Calcium und dem Schlaganfallrisiko. Die Autoren folgern, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einer hohen Magnesium-Aufnahme und einem reduzierten Schlaganfallrisiko gibt.

 

Del Gobbo LC, Imamura F, Wu JH, de Oliveira Otto MC, Chiuve SE, Mozaffarian D
Circulating and dietary magnesium and risk of cardiovascular disease: a systematic review and meta-analysis of prospective studies
Am J Clin Nutr. 2013 Jul;98(1):160-73
 

 

Dieser systematische Review untersucht, in wie weit Magnesium im Blut oder in der Nahrung das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (allgemein, koronarer Herzerkrankung (KHK) und Tod durch KHK) beeinflusst
Er umfasst 16 Studien bis Mai 2012 mit insgesamt 313041 Personen, davon 11995 mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen allgemein, 7534 mit koronarer Herzerkrankung (KHK) und 2686 mit Tod durch KHK, wobei bei 5-12 Studien (je nach Zielkriterium) Meta-Analysen durchgeführt werden konnten.
Dieser Review zeigt, dass Magnesium in der Nahrung und im Blut signifikant umgekehrt korreliert ist mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (allgemein, KHK und Tod durch KHK).
Im Einzelnen fand sich für je 0,2 mmol Mg mehr im Blut eine signifikante Minderung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 30 %, nicht signifikante Minderung (wegen geringerer Fallzahlen) für KHK um 17 % und für Tod durch KHK um 39 %.
Für je 200 mg Mg mehr in der Nahrung fand sich eine signifikante Minderung für KHK um 22 % und eine nicht signifikante Minderung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 11 %, und für Tod durch KHK um 27 %.

 

Rosanoff A.
The high heart health value of drinking-water magnesium.
Med Hypotheses. 2013 Dec;81(6):1063-5.

 

Diese Übersichtsarbeit einer US-amerikanischen Wissenschaftlerin befasst sich mit dem Magnesium-Gehalt von Trinkwasser und dem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Sie zeigt auf, welche wichtige Rolle Magnesium auf zellulärer, biochemischer und physiologischer Ebene spielt und damit zur Aufrechterhaltung der kardiovaskulären Gesundheit beiträgt. Es werden epidemiologische Studien angeführt, die zeigen, dass die Sterblichkeit an kardiovaskulären Erkrankungen um 30-35 % gesenkt werden kann, wenn der Magnesium-Gehalt des Trinkwassers mindestens 10 - 40 mg/l beträgt. Zusätzlich verweist die Autorin auf tierexperimentelle Studien, in denen ein Magnesium-Mangel auf zellulärer Ebene die Gefäßverkalkung begünstigt. Studien aus den 1970er und 1980er Jahren zeigen, dass bis zu 65 % der US-Amerikaner nicht die empfohlene Tagesdosis für Magnesium aufnehmen, und es ist davon auszugehen, dass dieser Trend anhält. Als Ursachen hierfür werden eine extensive Landwirtschaft, der hohe Verarbeitungsgrad vieler Lebensmittel und die Verbreitung von Technologien zur Wasserenthärtung in Haushalten genannt.
Um durch den Konsum von 2 l Wasser bereits 15 - 25 % des täglichen Magnesium-Bedarfs abdecken zu können, plädiert die Autorin für eine Anreicherung des Leitungswassers mit Magnesium.

 

 Gant CM1,2, Soedamah-Muthu SS3,4, Binnenmars SH5, Bakker SJL6, Navis G7, Laverman GD8.

Higher Dietary Magnesium Intake and Higher Magnesium Status Are Associated with Lower Prevalence of Coronary Heart Disease in Patients with Type 2 Diabetes.

Nutrients. 2018 Mar 5;10(3). pii: E307. doi: 10.3390/nu10030307.

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Untersuchung der Zusammenhänge von Parametern des Magnesiumstatus und dem Risiko für konorare Herzerkrankungen mit Diabetes mellitus Typ 2. Die Teilnehmer für diese Untersuchung wurden im Rahmen der DIA-Diabetes- und LifEstyle-Kohorte Twente-1 (DIALECT-1) ermittelt. Neben allgemeinen Fragebögen u.a. zum Lebensstil und der Medikamenteneinnahme wurde der Blutdruck gemessen und anthropometrische Parameter erhoben. Es erfolgten zudem Blutentnahmen zur Bestimmung der Magnesiumspiegel und anderer Diabetes-spezifischer Parameter. Über dies hinaus wurde der 24-h Urin der Teilnehmer auf seine Magnesium-Konzentrationen hin untersucht. Die Berechnung der alimentären Magnesiumzufuhr wurde mit Hilfe eines semiquantitativen Verzehrshäufigkeitsfragebogens (food-frequency-questionnaire, FFQ) für den letzten Monat vor der Studie durchgeführt. Es wurde zudem eine Berechnung der Magnesiumzufuhr für verschiedene Lebensmittelquellen (Getreide, Milchprodukte, Kaffee, Kartoffeln, Fleisch, Hülsenfrüchte und Nüsse, Obst, Gemüse und andere) vorgenommen. Eine koronare Herzkrankheit wurde als ärztlich diagnostizierte unstabile Angina pectoris, Myokardinfarkt, perkutane Koronarintervention oder koronarer Bypass definiert. Die Prävalenzraten (95% Konfidenzintervall, CI) der koronare Herzerkrankungen wurden mithilfe von multivariablen Cox-Proportional-Hazard-Modellen bestimmt (1. Bildung von geschlechter-spezifischen Quartilen; 2. für jede zusätzliche Zufuhr von 10 mg Magnesium aus verschiedenen Quellen). Ergebnisse: Insgesamt wurden 450 Teilnehmer (Alter: 63 ± 9 Jahre, 57% Männer, 43% Frauen Diabetesdauer: 11 Jahre (7-18 Jahre)) eingeschlossen. 100 Teilnehmer (22%) wiesen eine koronare Herzerkrankung auf. Die mittlere Energie-adjustierte alimentäre Mg-Aufnahme betrug 305 ± 46 mg/Tag und war bei Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung signifikant niedriger (p=0,003) als bei Personen ohne koronaren Herzerkrankung. Die Magnesiumausscheidung im 24 h-Urin lag bei 3,94 ± 2,05 mmol/24 h, und die mittlere Plasma-Mg-Konzentration betrug 0,77 ± 0,09 mmol/l. Hierbei gab es keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Patienten mit und ohne koronarer Herzerkrankung.

Die Magnesiumzufuhr mit der Nahrung korrelierte signifikant mit der 24-stündigen Mg-Ausscheidung im Urin (p <0,001), jedoch nicht mit den Plasma-Mg-Spiegeln (p=0,64). Die 24-stündige Mg-Ausscheidung im Urin korrelierte signifikant mit dem Plasma Mg (p <0,008).

Die angepassten Prävalenzraten für koronare Herzerkrankungen für die höchste verglichen mit der niedrigsten Zufuhr lagen bei 0,40 (0,20, 0,79; p=0,01), während sie für die höchste bzw. für die niedrigste Magnesiumausscheidung mit dem 24-h-Urin bei 0,63 lagen (0,32, 1,26, p=0,13) und einen Wert von 0,62 (0,32, 1,20; p=0,26) für die Plasmamagnesiumkonzentration aufwiesen.

Für jede zusätzliche Zufuhr von 10 mg Magnesium war nur in der Gemüse-Kategorie ein, wenn auch nicht statistisch signifikanter, positiver Trend für eine niedrigere Prävalenz für koronare Herzerkrankungen erkennbar (0,75 (0,52, 1,08)). Alle anderen Gruppen zeigten keine positiven Einflüsse.