Forschung und WissenschaftMagnesiumRauchen, Alkohol, Drogen

 

Aus Forschung & Wissenschaft

Magnesium

 

Rauchen, Alkohol, Drogen

  

Magnesium scheint in die Vorgänge bei der Entstehung von Drogenabhängigkeiten involviert. Eine Reihe von Studien zeigt, dass eine Magnesiumsupplementation sich bei einem Entzug positiv auf Entzugssymptome bzw. Rückfallhäufigkeit auswirken kann.

 

Nechifor M.
Magnesium in drug dependences.
Magnes Res. 2008 Mar;21(1):5-15. Review.

 

Diese Übersichtsarbeit beleuchtet die molekularen und zellulären Zusammenhänge von Magnesium und Drogenabhängigkeit genauer. Der wesentliche beteiligte Mechanismus scheint eine Dämpfung der Aktivität der zentralen glutaminergen Synapsen, vor allem der am Belohnungssystem beteiligten, zu sein. Auch wenn verschiedene Abhängigkeiten unterschiedliche Charakteristika aufweisen, scheint doch Magnesium, verabreicht während des Entzugs, die Schwere der Symptomatik zu vermindern. Darüber hinaus wurde beobachtet, dass Magnesium die Rückfallhäufigkeit bei Kokain- und Amphetaminabhängigkeit reduzieren kann. Wird es ohne die Droge verabreicht, hat Magnesium leichte anregende Effekte auf das System von Belohnung und positiver Verstärkung, ohne selbst eine Abhängigkeit zu erzeugen. Die vorliegenden Daten lassen vermuten, dass Magnesium hier eine modulatorische Rolle spielt.

 

Poikolainen K, Alho H.
Magnesium treatment in alcoholics: a randomized clinical trial.
Subst Abuse Treat Prev Policy. 2008 Jan 25;3:1. Erratum in: Subst Abuse Treat Prev Policy. 2008;3:5. Dosage error in article text.

 

Diese randomisierte, doppelblinde Parallelgruppenstudie untersuchte die Wirkung von Magnesium bei der Behandlung alkoholkranker Patienten auf die geschädigte Leberfunktion im Rahmen des Alkoholentzugs. Nach Behandlung der primären Entzugssymptomatik erhielten die Patienten dann über 8 Wochen entweder 400 mg Magnesium pro Tag, aufgeteilt in zwei Einzeldosen, oder Placebo. Primärer Endpunkt war die Konzentration der Gamma-GT im Serum, sekundäre Parameter umfassten Serum-AST (früher GOT) und Serum-ALT (früher GPT.
Die Ergebnisse zeigten bei 64 Patienten (27 davon schlossen die Behandlung ab) in der Magnesiumgruppe und bei 54 Patienten (31 davon schlossen die Behandlung ab) in der Placebogruppe bei der ITT-Analyse zunächst keine signifikanten Unterschiede in den Ergebnisparametern. Nach Adjustierung für Alter, Körpergewicht, Alkoholzufuhr zu Studienbeginn, Veränderung der Alkoholzufuhr in der Folge und Ausgangswerten für die Serum-AST zeigte sich aber, dass die AST-Konzentrationen nach Magnesiumgabe niedriger lagen als nach Placebo (p = 0.045).
Die Autoren ziehen den Schluss, dass eine Magnesiumgabe die Erholung der AST bei alkoholkranken, kooperativen Patienten beschleunigen kann, was wiederum die alkoholbedingte Leberschädigung vermindern könnte.

 

Nechifor M, Chelarescu D, Mândreci I, Cartas N.
Magnesium influence on nicotine pharmacodependence and smoking.
Magnes Res. 2004 Sep;17(3):176-81.

 

Diese Arbeit untersuchte die Wirkung von Magnesium bei 53 erwachsenen Patienten mit neurotischer Erkrankung, die gleichzeitig Raucher waren (mehr als zehn Zigaretten pro Tag) in einer psychiatrischen Klinik. Alle Patienten erhielten während der Studie Benzodiazepine; 28 Patienten erhielten dazu 200 mg Magnesium pro Tag (plus 20 mg Vitamin B6), die restlichen 25 Patienten lediglich Benzodiazepine. Das Ausmaß der Nikotinabhängigkeit wurde mittels des Fagerstrom-Tests zu Studienbeginn und nach 28-tägiger Magnesiumgabe beurteilt.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Patienten, die Magnesium erhalten hatten, signifikant weniger Zigaretten pro Tag rauchten und beim Fagerstrom-Test nach 4 Wochen geringere Werte aufwiesen (jeweils p < 0,05). In der Gruppe der Raucher ohne Magnesiumgabe veränderte sich der Fagerstrom-Score nicht signifikant.
Die Ergebnisse legen nach Ansicht der Autoren nahe, dass Magnesium eine sinnvolle adjuvante Therapie bei der Behandlung der Nikotinabhängigkeit darstellen könnte.