Aus Forschung & Wissenschaft

Magnesium

 

Prämenstruelles Syndrom

 

Bis zu 80  % aller Frauen leiden regelmäßig oder zumindest gelegentlich an Symptomen eines prämenstruellen Syndroms. Die Behandlung mit Magnesium kann dabei, so die Studienlage, eine deutliche Besserung von zumindest Teilen der Symptomatik bringen und ist gleichzeitg sicher und ohne Nebenwirkungen.

 

Quaranta S, Buscaglia MA, Meroni MG, Colombo E, Cella S.
Pilot study of the efficacy and safety of a modified-release magnesium 250 mg tablet (Sincromag) for the treatment of premenstrual syndrome.
Clin Drug Investig. 2007;27(1):51-8.

 

Diese offene Studie hat Wirksamkeit und Sicherheit einer Magnesium-Tablette mit modifizierter Freisetzung zur symptomatischen Verbesserung bei Frauen mit prämenstruellem Syndrom (PMS) untersucht.
Nachdem zunächst über 3 Monate 41 Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren mit regelmäßigem Zyklus (25 bis 35 Tage) und PMS ihre Beschwerden dokumentiert und mit Punktwerten auf einem spezialisierten Fragebogen beurteilt hatten, erhielten sie über drei Zyklen täglich 250 mg Magnesium mit der patentierten modifizierten Freisetzung (zwei Phasen: in der ersten schnelle Freisetzung einer größeren Menge, in der zweiten verzögerte Freisetzung einer geringeren Menge über 4 bis 6 Stunden), mit Beginn am 20. Zyklustag und Einnahme bis zum 1. Tag des Folgezyklus.
Die Ergebnisse zeigten eine Verbesserung der Symptomatik unter der Magnesiumbehandlung: Nach 3 Monaten hatte der Gesamtpunktwert auf dem PMS-Fragebogen signifikant gegenüber den Ausgangswerten abgenommen (um 35,1 %; p < 0,0001). Auch in den verschiedenen Subskalen der PMS-Beschwerden (Angstgefühle, depressive Stimmungslage, Wassereinlagerung, Heißhungerattacken) hatten die Werte signifikant abgenommen (p < 0,0001 gegenüber den Ausgangswerten). Die Tablette wurde gut vertragen. Nur eine Patientin berichtete über Schwindelgefühle während der Einnahme.
Die Autoren schließen aus den Daten, dass eine Behandlung mit Magnesium die Symptomatik eines PMS wirksam vermindern kann.

 

Walker AF, De Souza MC, Vickers MF, Abeyasekera S, Collins ML, Trinca LA.
Magnesium supplementation alleviates premenstrual symptoms of fluid retention.
J Womens Health. 1998 Nov;7(9):1157-65.

Diese randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Crossover-Studie untersuchte die Auswirkungen einer täglichen Gabe von 200 mg Magnesium (als MgO, plus 100 mg eines Aminosäuregemischs pro Tablette) über zwei Menstruationszyklen auf die Symptome eines PMS.
38 Frauen wurden in zwei Gruppen eingeteilt; eine Gruppe erhielt über zwei Menstruationszyklen Magnesium, die andere Gruppe erhielt Placebo. Nach 2 Zyklen erfolgte ein Wechsel: Gruppe 1 erhielt Placebo, Gruppe 2 Magnesium. Die Frauen führten dabei ein tägliches Tagebuch über ihre Symptomatik, unter Verwendung einer 4-Punkte-Skala zur Schwere der Symptome in Bezug auf 22 Items. Die Items wurden in sechs Kategorien eingeteilt: PMS-A (Angstgefühle), PMS-C (Heißhungerattacken, „Craving"), PMS-D (depressive Stimmungslage), PMS-H (Wassereinlagerung), PMS-O (sonstige) und PMS-T (Gesamtpunktwert).
Bei den Ergebnissen zeigte sich ab dem 2. Monat für die Symptomgruppe „PMS-H" - wozu Symptome wie Gewichtszunahme, geschwollenen Beine, Spannungsgefühl der Brüste und Gefühl des „Aufgeblähtseins" zählten - unter Magnesium eine deutlichere Symptombesserung als unter Placebo (p = 0.009). Die tägliche Gabe von 200 mg Magnesium kann die Symptome eines PMS, die auf eine Flüssigkeitsretention zurückgehen, ab dem 2. Zyklus der Einnahme vermindern, so die Bilanz der Autoren.