Aus Forschung & Wissenschaft

Magnesium

 

Hyperaktivität bei Kindern (ADHS)

 

Kinder mit einem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHD oder ADHS) sind eine Risikogruppe, was ihre weitere emotionale und soziale Entwicklung betrifft. Eine fehlende oder unwirksame Therapie hat schwerwiegende Folgen. Eine Reihe von Mikronährstoffen wurde mit der Erkrankung in Zusammenhang gebracht, so auch Magnesium.

 

Starobrat-Hermelin B, Kozielec T.
The effects of magnesium physiological supplementation on hyperactivity in children with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD). Positive response to magnesium oral loading test.
Magnes Res. 1997 Jun;10(2):149-56.

 

Kozielec T, Starobrat-Hermelin B.
Assessment of magnesium levels in children with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD).
Magnes Res. 1997 Jun;10(2):143-8.

 

Beide Studien untersuchten Zusammenhänge zwischen Magnesium und ADHS: In einer Untersuchung an 116 Kindern mit gesichertem ADHS (94 Jungen, 20 Mädchen) im Alter von 9 bis 12 Jahren wurden die Magnesiumkonzentrationen in Serum, Erythrozyten und im Haar mithilfe der Atomabsorptionsspektroskopie bestimmt. Ein Magnesiummangel fand sich bei 95 % der Kinder, am häufigsten bei der Bestimmung in den Haaren (77,6 %), gefolgt vom Gehalt in den Erythrozyten (58,6 %) und im Serum (33,6 %). Damit tritt ein Magnesiummangel bei Kindern mit ADHS häufiger auf als bei gesunden Kindern (Magnesiummangel bei 16 bis 21 %).
In einer Folgeuntersuchung betrachtet die Arbeitsgruppe dann den Einfluss einer Magnesiumsupplementation auf die Hyperaktivität bei ADHS. Diese Studie umfasste 50 hyperaktive Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren, die die Kriterien des DSM IV für die Diagnose eines ADHS erfüllten und bei denen ein Magnesiummangel im Blut (Serum und Erythrozyten) und in den Haaren nachgewiesen worden war. Die Kinder erhielten 6 Monate Magnesium in einer Dosierung von 6 mg/kg Körpergewicht pro Tag) (im Schnitt etwa  200 mg). Die Kontrollgruppe bestand aus 25 Kindern mit ADHS und Magnesiummangel, die standardmäßig behandelt wurden und kein Magnesium erhielten. Das Ausmaß der Hyperaktivität wurde mittels spezieller psychometrischer Skalen beurteilt: der Conners Rating Scale for Parents and Teachers, der Wender's Scale of Behavior und dem Quotient of Development to Freedom from Distractibility. In der Gruppe von Kindern mit Magnesiumgabe wurden ein Anstieg des Magnesiumgehalts in den Haaren und eine hochsignifikante Abnahme der Hyperaktivität gesehen im Vergleich zum Zustand vor Magnesiumgabe und im Vergleich zu der Kontrollgruppe gefunden. Demnach scheint Magnesiumsupplementation bei Kindern mit ADHS zumindest in einigen Fällen die Hyperaktivitäts-Symptomatik besser zu können.