Forschung und WissenschaftMagnesiumHerz-Kreislauf bis 2012

 

Aus Forschung & Wissenschaft

Magnesium

 

Herz-Kreislauf 

Studien und Übersichtsarbeiten bis einschl. 2012

 

Falco CN, Grupi C, Sosa E, Scanavacca M, Hachul D, Lara S, Sacilotto L, Pisani CF, Ramires JA, Darrieux F
Successful improvement of frequency and symptoms of premature complexes after oral magnesium administration
Arq Bras Cardiol. 2012 Jun;98(6):480-7. Epub 2012 May 15

 

In dieser randomisierten placebo kontrollierten doppelblinden Studie wurde der Effekt von Magnesium auf Herzrhythmusstörungen untersucht.
Dazu wurden 60 Patienten mit mehr als 240 ventrikulären oder supraventrikulären klinisch relevanten Extrasystolen (VES, SVES) pro Stunde, aber ohne wesentliche Herz- oder Nierenerkrankung, in 2 Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt eine Therapie mit 3 g Magnesium als Pidolat pro Tag (entspricht 260 mg elementarem Mg), die andere Placebo. Der Einfluss auf die klinische Symptomatik wurde mittels eines Fragebogens erfasst und mittels 24-Stunden-EKG objektiviert.
In der Wirkstoffgruppe fand sich bei der überwiegenden Zahl der Probanden (76,6 %) eine Reduktion der Extrasystolen um > 70 %; der Unterschied zur Placebogruppe war signifikant (p < 0,001). Im Vergleich zur Placebogruppe war die Verbesserung der klinischen Symptomatik in der Wirkstoffgruppe signifikant (16,7 % versus 93,3 %; p < 0,001).
Die Autoren folgern daraus, dass die Gabe von Magnesium die Häufigkeit ventrikulärer und supraventrikulärer Extrasystolen bei Patienten ohne wesentliche Herzerkrankung vermindert und die subjektiven Symptome deutlich verbessert.

 

Kass L, Weekes J, Carpenter L

Effect of magnesium supplementation on blood pressure: a meta-analysis

Eur J Clin Nutr. 2012 Apr;66(4):411-8

 

In dieser Metaanalyse zur Frage der Wirksamkeit von Magnesium auf den Blutdruck wurden 22 Studien eingeschlossen mit insgesamt 1173 Patienten und einem Beobachtungszeitraum (Follow-up) zwischen 3 und 24 Wochen.
Einschlusskriterien für die Studien waren:
• Magnesium war die einzige untersuchte Therapie, d.h. z.B. keine zusätzlichen Vitamine
• Randomisierte Studien
• Kontrolle mit Placebo
Es wurde in den Studien zwischen 120 und 973 mg elementares Magnesium gegeben (mittlere Dosis 410 mg).
Insgesamt bestand hohe Heterogenität der Studien, Trotzdem ist der Effekt einer Magnesium-Gabe auf den Blutdruck mit einer Minderung des Blutdrucks von systolisch 3-4 mmHg und diastolisch 2-3 mmHg relevant, signifikant und klar (Effektstärke > 0,3). Dieses Ergebnis fällt für höhere Magnesium-Gaben (> 370 mg) noch deutlicher aus. Dazu ist zu bemerken, dass bereits eine systolische Blutdrucksenkung von 0,8-2mmHg signifikant die Rate an KHK, Herzinsuffizienz und Schlaganfall senkte (Daten aus der ALLHAT-Studie).
Magnesium-Gaben können also eine sinnvolle Ergänzung der Blutdrucktherapie darstellen.

 

Zhang W, Iso H, Ohira T, Date C, Tamakoshi A; JACC Study Group
Associations of dietary magnesium intake with mortality from cardiovascular disease: the JACC study

Atherosclerosis. 2012 Apr;221(2):587-95

 

In dieser großen Kohortenstudie aus Japan wurde der Zusammenhang zwischen der Magnesium-Aufnahme aus der Nahrung mit der Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. Zwischen den Jahren 1988 und 1990 wurden insgesamt 110792 Japaner (46465 Männer und 64327 Frauen) eingeschlossen. Die Studie ist Teil der Japan Collaborative Cohort, JACC study, in der das Risiko für Krebs untersucht wurde. Todesfälle wurden für diese Studie bis Ende des Jahres 2006 erfasst. Es starben bis dahin 2690 Menschen.
Per Fragebogen war eine Selbsteinschätzung über Lebensstil, kardiovaskuläres Risiko wie Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall, Herzinfarkt vorgenommen worden. Weiterhin war nach Ernährungsgewohnheiten gefragt worden. Aus der Angabe von 33 Nahrungsmitteln wurde die Magnesium-Menge der Nahrung abgeschätzt. Für die statistische Auswertung wurden die Menschen in 5 Quintile aufgeteilt, d.h. in 5 Gruppen nach der Menge der Magnesium-Aufnahme pro Tag, die je 20 % der Untersuchten hatten.
Die Gruppe mit der niedrigsten Aufnahme lag bei < 173 mg (Männer) bzw. < 175 mg (Frauen), die höchsten 20 % bei > 294 mg (Männer) bzw. > 274 mg (Frauen).
Die Überlebenszeit wurde mit Hilfe eines speziellen statistischen Verfahrens (Cox proportional hazard model) bestimmt. Es zeigte sich eine statistisch relevante umgekehrte Korrelation zwischen der Höhe der täglichen Magnesiumaufnahme und dem Risiko, an den folgenden Erkrankungen zu sterben: hämorrhagischer Schlaganfall bei Männern und ischämischer Schlaganfall, koronare Herzerkrankung sowie Herzversagen bei Frauen.
Es zeigte sich aber auch, dass die Menschen, die mehr Magnesium zu sich nahmen, älter waren, mehr Sport trieben, eine höhere Bildung bzw. weniger Stress hatten und weniger rauchten.

Wenngleich sich die verschiedenen Effekte nicht eindeutig trennen lassen, so ist doch die Kernaussage der Autoren, dass Magnesium aus der Nahrung mit einer geringeren Sterblichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen bei Japanern, besonders bei Frauen, verbunden ist.

 

Larsson SC, Orsini N, Wolk A
Dietary magnesium intake and risk of stroke: a meta-analysis of prospective studies
Am J Clin Nutr. 2012 Feb;95(2):362-6. Epub 2011 Dec 28

 

Diese Metaanalyse von 7 Studien aus den USA und Europa untersucht den Zusammenhang zwischen der täglichen Aufnahme von Magnesium über die Nahrung und dem Schlaganfall-Risiko. Es wurden Studien aus der Zeit von Januar 1966 bis September 2011 beurteilt mittels Suche in den beiden großen medizinischen Datenbanken Pubmed und EMBASE.
Insgesamt wurden 6477 Schlaganfallpatienten unter 241378 Probanden gefunden.
Es fand sich eine umgekehrte Korrelation zwischen Magnesium-Aufnahme und Schlaganfallrisiko. Eine tägliche Mehraufnahme um 100 mg Magnesium reduzierte das Schlaganfallrisiko um 8 % (p = 0,66). Das Risiko für intrazerebrale Blutung bzw. Subarachnoidalblutung war nicht reduziert.


 

Chiuve SE, Korngold EC, Januzzi JL Jr, Gantzer ML, Albert CM.

Plasma and dietary magnesium and risk of sudden cardiac death in women.

Am J Clin Nutr. 2011 Feb;93(2):253-60. Epub 2010 Nov 24.

 

Diese Arbeit wertet Daten der Nurses' Health Study aus, um einen möglichen Zusammenhang von Magnesiumzufuhr bzw. Magnesiumkonzentration im Plasma mit dem Auftreten eines plötzlichen Herztods (sudden cardiac death, SCD) zu untersuchen.
Informationen von 88.375 gesunden Frauen, die im Jahr 1980 erhoben worden waren, wurden herangezogen, und 505 gesicherte oder wahrscheinliche Fälle von plötzlichem Herztod oder tödlichen Arrhythmien wurden über eine Nachbeobachtungszeit von 26 Jahren dokumentiert. Der Zusammenhang Plasmamagnesiumkonzentration - SCD wurde in der Kohorte mittels einer Fall-Kontroll-Studie anhand von 99 Fällen von plötzlichem Herztod und 291 gematchten Kontrollen durchgeführt.
Bei den Ergebnissen zeigten sich nach verschiedenen Adjustierungen (cardiovaskuläre Risikofaktoren, sonstige Ernährung, Lebensstil, Einnahme von Medikamenten u.a.), dass das Risiko für einen plötzlichen Herztod signifikant geringer war bei Frauen im Quartil mit der höchsten Magnesiumzufuhr (mehr als 345 mg/Tag), verglichen mit den Frauen im niedrigsten Quartil (unter 261 mg/Tag); das relative Risiko lag bei 0,63. Die Plasmamagnesiumkonzentration zeigte eine ähnliche Beziehung: Bei Vergleich der Frauen im Quartil mit den höchsten Konzentrationen betrug das relative Risiko für einen SCD 0,23, bezogen auf die Gruppe im niedrigsten Quartil, wobei Plasmamagnesiumkonzentration und Magnesiumzufuhr nicht signifikant korrelierten. Jede Erhöhung der Plasmakonzentration um 0,25 mg/dl ging einher mit einer relativen Risikominderung für den SCD um 41 %.
Diese Kohortenuntersuchung zeigt also, dass höhere Plasmamagnesiumkonzentrationen und höhere Magnesiumzufuhr mit einem niedrigeren Risiko für einen plötzlichen Herztod verbunden waren. Sollte dieser Zusammenhang sich als kausal herausstellen, so die Autoren, könnten Interventionen zur Erhöhung der Magnesiumzufuhr und/oder der Magnesiumkonzentration im Plasma das Risiko für
einen plötzlichen Herztod verringern.

 

Hashimoto T, Hara A, Ohkubo T et al.

Serum magnesium, ambulatory blood pressure, and carotid artery alteration: the Ohasama study.

Am J Hypertens. 2010 Dec;23(12):1292-8. Epub 2010 Aug 12.
 

Diese Querschnittsstudie untersuchte bei 728 Probanden (mittleres Alter  67 Jahre) aus der japanischen Allgemeinbevölkerung den Zusammenhang von Serummagnesiumkonzentration und als kardiovaskuläre Risikofaktoren geltenden Wandveränderungen der A. carotis communis: Intima-Media-Dicke und Vorliegen von einer oder mehreren fokalen Plaques.
Die Ergebnisse zeigten nach Adjustierung für sonstige kardiovaskuläre Risikofaktoren, einschließlich des mittleren systolischen 24-Stunden-Blutdrucks, auch bei normtonen Blutdruckwerten (unter 130/80 mmHg) eine signifikante Assoziation von niedrigen Serummagnesiumkonzentrationen (unter 2,2 mg/dl) mit der mittleren Intima-Media-Dicke (p = 0,007) und dem Risiko für das Auftreten von zwei oder mehr Karotisplaques (Odds Ratio 2,14; p = 0,01).
Nach Ansicht der Autoren zeigt sich also ein unabhängiger Zusammenhang von niedrigen Magnesiumkonzentrationen und dem Risiko von pathologischen Carotiswandveränderungen. Weitere Untersuchungen sollten die Art dieses Zusammenhangs und eventuelle therapeutische Implikationen klären.

 

Shechter M.

Magnesium and cardiovascular system.

Magnes Res. 2010 Jun;23(2):60-72. Epub 2010 Mar 31.
 

Die Übersichtarbeit beschreibt Zusammenhänge zwischen Hypomagnesiämie und KHK bzw. chronischer Herzinsuffizienz. Eine Hypomagnesiämie geht unter anderem mit einer erhöhten Sterblichkeit durch KHK einher. Magnesiumsupplementation kann dagegen den myokardialen Stoffwechsel verbessern, die intrazelluläre Calciumakkumulation und den damit in Zusammenhang stehenden  myokardialen Zelltod senken, den Gefäßtonus bessern, den peripheren Widerstand und die Nachlast senken, den Cardiac Output erhöhen sowie Herzrhythmusstörungen vermindern. Die unter Magnesiumgabe gesehene Verbesserung des Lipidprofils senkt darüber hinaus einen der KHK-Risikofaktoren.
Magnesium vermindert die Empfindlichkeit gegenüber ROS (reactive oxygen species), verbessert die Endothelfunktion und hemmt die Plättchenaggregation und -adhäsion, ähnlich den Wirkungen der ADP-Rezeptor-Inhibitoren wie Clopidogrel oder Prasugrel.
Daten zum Einsatz von Magnesium bei akutem Myokardinfarkt sind bisher widersprüchlich: Einige frühere, relativ kleine randomisierte klinische Studien konnten eine Verminderung der Sterblichkeit bei Hochrisikopatienten nachweisen, zwei aktuelle, größere randomisierte Studien (Fourth International Study of Infarct Survival and Magnesium in Coronaries) fanden dagegen keinen Nutzen einer intravenösen Magnesiumgabe über Placebo. Dennoch scheint ein möglicher Vorteil einer präventiven Magnesiumsupplementation zur Kardioprotektion bei KHK-Patienten mit zusätzlicher Pumpinsuffizienz gegeben, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass oral verabreichtes Magnesium kostengünstig, einfach anwendbar und relativ nebenwirkungsarm ist.

 

Guerrero-Romero F, Rodríguez-Morán M.
The effect of lowering blood pressure by magnesium supplementation in diabetic hypertensive adults with low serum magnesium levels: a randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial.
J Hum Hypertens. 2009 Apr;23(4):245-51. Epub 2008 Nov 20.

 

Diese doppelblinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie untersuchte die blutdrucksenkenden Eigenschaften einer oralen Magnesiumsupplementation (in Form von Magnesiumchlorid) bei Diabetikern mit erhöhtem Blutdruck (über 140/90 mm Hg) und nachgewiesener Hypomagnesiämie und zusätzlicher Captopril-Therapie. 79 Personen zwischen dem 40. und dem 75. Lebensjahr erhielten über 4 Monate täglich 2,5 g MgCl2 (entsprechend 450 mg elementarem Mg, Interventionsgruppe; 40 Personen) oder Placebo (Kontrollgruppe, 39 Personen). Primärer Studienendpunkt war die Abnahme des systolischen bzw. diastolischen Blutdrucks. Die Ergebnisse zeigten zu Studienende eine signifikante Senkung im Vergleich zu Placebo sowohl von systolischem Blutdruck (im Mittel -20,4 versus -4,7 mm Hg, p = 0,03) als auch diastolischem Blutdruck (im Mittel -8,7 versus -1,2 mm Hg, P = 0.02). Dabei stieg in der Gruppe unter Magnesiumsupplementation die Magnesiumkonzentration im Serum deutlich an, und dieser Anstieg korrelierte signifikant mit der Blutdrucksenkung. Eine orale Magnesiumsupplementation, so die Autoren, kann also Blutdruckwerte zumindest in der Gruppe diabetischer hypertensiver Patienten mit Hypomagnesiämie deutlich senken und damit möglicherweise den Bedarf an weiteren antihypertensiven Medikamenten.

 

Hatzistavri LS, Sarafidis PA, Georgianos PI, Tziolas IM, Aroditis CP, Zebekakis PE, Pikilidou MI, Lasaridis AN.
Oral magnesium supplementation reduces ambulatory blood pressure in patients with mild hypertension.
Am J Hypertens. 2009 Oct;22(10):1070-5. Epub 2009 Jul 16.

 

Auch diese Arbeit untersuchte die Wirkung einer oralen Magnesiumgabe auf den Blutdruck bei Patienten mit leichter Hypertonie (definiert als Blutdruck zwischen 140/90 und 160/100 mm Hg) und ohne antihypertensive Medikation. Insgesamt 48 Patienten einer Blutdruckambulanz nahmen an der offenen Studie über 12 Wochen teil. 24 erhielten täglich 600 mg Magnesium (in Form von Mg-Pidolat) in zwei Einzeldosen und zusätzlich eine Beratung über gesunde Lebensweise. Bei weiteren 24 gematchten Kontrollen erfolgte lediglich die Beratung. Zu Studienbeginn und Studienende (Woche 12) wurde der 24-Stunden-Blutdruck gemessen, die Konzentrationen von Serum- und intrazellulärem Magnesium bestimmt und der 24-Stunden-Urin auf Magnesium untersucht.
Die Ergebnisse zeigten in der Magnesium-Gruppe geringe, aber signifikante Abnahmen des mittleren systolischen und diastolischen Blutdrucks im 24-Stunden-Mittel im Vergleich zur Kontrollgruppe (systolisch: -5.6 versus -1,3 mm Hg, p < 0,001; diastolisch: -2,8 versus -1 mm Hg, p = 0,002). Dabei zeigten sich Abnahmen der Blutdruckwerte sowohl tagsüber als auch nachts. Die Magnesiumkonzentrationen (im Serum und intrazellulär) und die Magnesiumausscheidung im Urin waren in der Interventionsgruppe ebenfalls signifikant höher. Nach Folgerung der Autoren kann also eine orale Mg-Gabe zu geringen, aber konsistenten Verminderungen des Blutdrucks führen.

 

Catling LA, Abubakar I, Lake IR, Swift L, Hunter PR.
A systematic review of analytical observational studies investigating the association between cardiovascular disease and drinking water hardness.
J Water Health. 2008 Dec;6(4):433-42. Review.

 

Immer wieder wird aus epidemiologischen Studien die Beobachtung veröffentlicht, dass die Härte des Trinkwassers kardiovaskuläre Erkrankungen beeinflusse. Um das zu überprüfen, haben Catling et al. neun Fall-Kontroll-Studien und fünf Kohortenstudien aus der Literatur zusammengetragen, die allerdings überwiegend sowohl Magnesium als auch Calcium untersucht haben, die beide zur „Wasserhärte" beitragen. Die gepoolten Daten zeigen eine umgekehrte Beziehung zwischen dem Magnesiumgehalt des Wassers und der kardiovaskulären Sterblichkeit (Odds Ratio 0,75; p < 0,001). Die Heterogenität zwischen den Studien lässt eine sinnvolle Berechnung von Zusammenhängen für Calcium und kardiovaskuläre Sterblichkeit dagegen nicht zu.
Es fanden sich dazu schwache Hinweise, dass „weiches" Wasser vor allem für Frauen mit einem etwas erhöhten Risiko für den plötzlichen Herztod einherging, Damit bleibt die  Datenlage weiterhin unklar

 

Larsson SC, Virtanen MJ, Mars M, Männistö S, Pietinen P, Albanes D, Virtamo J.
Magnesium, calcium, potassium, and sodium intakes and risk of stroke in male smokers.
Arch Intern Med. 2008 Mar 10;168(5):459-65.

 

Larsson et al. untersuchten nicht den Blutdruck, sondern die Folgen eines über längere Zeit erhöhten Drucks, nämlich den Zusammenhang zwischen Schlaganfallrisiko und der Zufuhr von Magnesium, Calcium, Kalium und Natrium in der Ernährung. Sie zogen die Daten einer finnischen Kohorte von 26.556 Rauchern im Alter von 50 bis 69 Jahre heran, die zum Ausgangszeitpunkt noch keinen Schlaganfall gehabt hatten. Die Mineralstoffzufuhr wurde zu Studienbeginn mithilfe eines detaillierten validierten Fragebogens zu den Ernährungsgewohnheiten erhoben. Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 13,6 Jahren (1985 bis 2004) fanden sich 2702 ischämische Schlaganfälle, 383 intrazerebrale Blutungen und 196 Subarachnoidalblutungen.
Bei der Auswertung zeigte sich, dass nach Adjustierung für Alter und kardiovaskuläre Risikofaktoren eine hohe Mg-Zufuhr mit einem statistisch signifikant niedrigeren Risiko für einen ischämischen Schlaganfall einherging: Das relative Risiko betrug 0,85 (p für den Trend = 0,004) für Männer im Quintil mit der höchsten Magnesiumzufuhr (im Median 575 mg Magnesium pro Tag) verglichen mit denen im niedrigsten Quintil (im Median 382 mg). Dieser Zusammenhang war bei jüngeren Männern vor dem 60. Lebensjahr stärker ausgeprägt (relatives Risiko 0,76). Es fand sich keine Korrelation von Magnesiumzufuhr mit den anderen Schlaganfallarten und auch nicht der Calcium-, Kalium- und Natriumzufuhr mit irgendeiner Art von Schlaganfall.
Diese Befunde legen nach Ansicht der Autoren nahe, dass eine hohe Magnesiumzufuhr bei der Primärprävention ischämischer Schlaganfälle eine positive Rolle spielen könnte.

 

Champagne CM.
Magnesium in hypertension, cardiovascular disease, metabolic syndrome, and other conditions: a review.
Nutr Clin Pract. 2008 Apr-May;23(2):142-51. Review.

 

Diese Übersichtsarbeit fasst die Literatur zum Zusammenhang von Magnesium mit Hypertonus und anderen kardiovaskulären Risikofaktoren und Erkrankungen zusammen.
Auch wenn die Daten nicht immer konsistent sind, scheint doch eine inverse Assoziation zwischen Magnesiumzufuhr und Höhe des Blutdrucks zu bestehen, wobei dieser für aus der Ernährung stammendes Magnesium (einschließlich Trinkwasser) stärker und einheitlicher zu sein scheint als für Magnesiumsupplemente.
Auch im Spezialfall eines Hypertonus im Rahmen einer Präeklampsie wirkt sich eine Magnesiumgabe günstig aus. Darüber hinaus besteht nach der Datenlage bei Frauen mit ausreichender Magnesiumzufuhr ein geringeres Risiko für die Entwicklung einer Präeklampsie als bei Frauen mit zu niedriger Zufuhr.
Eine positive Rolle für Magnesium findet sich auch bei anderen kardiovaskulären Risikofaktoren und Erkrankungen: Eine erhöhte Mg-Zufuhr kann das Lipidprofil günstig beeinflussen, die Häufigkeit ischämischer Schlaganfälle senken sowie die Entwicklung von Übergewicht, metabolischem Syndrom und Diabetes mellitus Typ 2 vermindern.


Song Y, Sesso HD, Manson JE, Cook NR, Buring JE, Liu S.
Dietary magnesium intake and risk of incident hypertension among middle-aged and older US women in a 10-year follow-up study.
Am J Cardiol. 2006 Dec 15;98(12):1616-21. Epub 2006 Oct 23.

 

Diese Längsschnittstudie untersucht die Hypothese, dass eine ausreichend hohe Magnesiumzufuhr sich zur Prävention eines Hypertonus eignet. Insgesamt 28.349 US-amerikanische Frauen ab dem 45. Lebensjahr aus Gesundheitsberufen der Women's Health Study (WHS), bei denen zu Studienbeginn normale Blutdruckwerte vorlagen (definiert als systolischer Blutdruck unter 140 und diastolischer Blutdruck unter 90 mmHg), nahmen an dieser Untersuchung teil. Die Magnesiumzufuhr wurde mittels eines Fragebogens zu den Ernährungsgewohnheiten erfasst.
Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 9,8 Jahren hatten 8544 Frauen einen Hypertonus entwickelt. Nach Altersadjustierung erwies sich die Magnesiumzufuhr als umgekehrt assoziiert mit dem Risiko für die Entwicklung eines Bluthochdrucks: Frauen im Quintil mit der höchsten Zufuhr (im Median 434 mg/Tag) wiesen ein vermindertes Risiko auf im Vergleich zu den Frauen im niedrigsten Quintil (im Median 256 mg/Tag; relatives Risiko 0,87, p für den Trend < 0,0001). Diese umgekehrte Assoziation schwächte sich ab nach Adjustierung für bekannte Risikofaktoren eines erhöhten Blutdruckes (z. B. Rauchen, hohe Gesamtenergiezufuhr, körperliche Inaktivität), blieb aber insgesamt erhalten; das RR betrug dann 0,93 für das höchste versus das niedrigste Quintil für den Trend = 0,03). Auch diese Arbeit kommt also zu dem Schluss, dass höhere Magnesiumzufuhr vor Hypertonie schützen kann, wobei möglichst auch weitere Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht angegangen werden sollten.

 

Shechter M, Bairey Merz CN, Stuehlinger HG, Slany J, Pachinger O, Rabinowitz B.
Effects of oral magnesium therapy on exercise tolerance, exercise-induced chest pain, and quality of life in patients with coronary artery disease.
Am J Cardiol. 2003 Mar 1;91(5):517-21.
 

Pokan R, Hofmann P, von Duvillard SP, Smekal G, Wonisch M, Lettner K, Schmid P, Shechter M, Silver B, Bachl N.
Oral magnesium therapy, exercise heart rate, exercise tolerance, and myocardial function in coronary artery disease patients.
Br J Sports Med. 2006 Sep;40(9):773-8. Epub 2006 Jul 6. Erratum in: Br J Sports Med. 2006 Oct;40(10):882.

 

Beide Arbeiten untersuchen den Einfluss einer Magnesiumgabe auf die körperliche Leistungsfähigkeit bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) vor dem Hintergrund von experimentellen Befunden, nach denen Magnesium die Endothelfunktion verbessern könnte.
In der multizentrischen internationalen prospektiven randomisierten doppelblinden Placebo-kontrollierten Studie von Shechter et al. erhielten 187 Patienten mit KHK (151 Männer, 36 Frauen; mittleres Alter 63 Jahre) über 6 Monate entweder oral Magnesium 360 mg pro Tag in zwei Einzeldosen (94 Patienten) oder Placebo (93 Patienten). Outcome-Parameter waren körperliche Belastbarkeit und Punktwerte in einem Fragebogen zur Lebensqualität. Die Ergebnisse zeigten, dass die Magnesiumgabe die Zeitdauer, für die eine schmerzfreie körperliche Belastung möglich war, im Vergleich zu Placebo signifikant erhöhte (8,7 versus 7,8 Minuten; p = 0,0075) und das Auftreten einer Angina pectoris unter Belastung signifikant verminderte (8 % versus 21 %; p = 0,0237). Auch die Parameter der Lebensqualität besserten sich signifikant in der Mg-Gruppe.
Pokan und Mitarbeiter untersuchten mit vergleichbarem Design 53 Patienten mit stabiler KHK: die Teilnehmer erhielten über 6 Monate entweder oral Magnesium 360 mg pro Tag in zwei Einzeldosen (n = 28, mittleres Alter 61 Jahre, mittlere Körpergröße 171 cm, mittleres Körpergewicht 79 kg, früherer Myokardinfarkt bei sieben Patienten) oder Placebo (n = 25, mittleres Alter 58 Jahre, mittlere Körpergröße 172 cm, mittleres Körpergewicht 79, früherer Myokardinfarkt bei sechs Patienten). Wesentliche Qutcome-Parameter waren hier maximale Sauerstoffaufnahme unter Belastung (VO2max) und linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF).
Nach 6 Monaten zeigten sich in der Magnesium-Gruppe eine signifikant erhöhte VO2max (28,3 versus 30,6 ml/kg/min; p < 0,001) sowie eine signifikant erhöhte LVEF (58 versus 67 %, p < 0,001). In den Placebogruppe hatten sich beide Parameter dagegen nicht signifikant verändert.
Nach Schlussfolgerung der Arbeitsgruppen führt also die orale Magnesiumgabe zu klinisch relevanten, positiven Wirkungen in Bezug auf die Belastbarkeit von KHK-Patienten
.

 

King DE, Mainous AG 3rd, Geesey ME, Woolson RF.
Dietary magnesium and C-reactive protein levels.
J Am Coll Nutr. 2005 Jun;24(3):166-71.

 

Kardiovaskuläre Erkrankungen werden einerseits häufig mit einer chronischen Entzündung in Verbindung gebracht, andererseits kann sich Magnesium günstig auf Herz und Kreislauf auswirken. Diese Studie untersuchte nun direkt den Zusammenhang von Magnesium und Entzündungsstatus, gemessen mithilfe der Konzentration des C-reaktiven Proteins (CRP).
Herangezogen wurden Daten von Teilnehmern an einer nationalen Querschnittsstudie zu Ernährungsgewohnheiten in den USA (National Health and Nutrition Examination Survey 1999-2000 [NHANES]).
Die Ergebnisse zeigen nicht nur, dass in den USA 68 % der Erwachsenen weniger als die täglich empfohlene Magnesiummenge (400-420 mg pro Tag für Männer, 310-320 mg für Frauen) aufnehmen, bei 19 % waren es sogar weniger als 50 % der empfohlenen Menge. Nach Adjustierung für demographische und kardiovaskuläre Risikofaktoren war für Personen, die weniger als die empfohlene Magnesiummenge aufnahmen, die Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung der CRP-Konzentration über den oberen Normwert 1,48 bis 1,75-mal höher als für Personen mit mindestens der empfohlenen Zufuhrmenge (Odds Ratio bei Zufuhr < 50 % = 1,75). Bei Personen über dem 40. Lebensjahr und Übergewicht (BMI über 25) lag die Odds Ratio sogar bei 2,24. Dieser Zusammenhang von Entzündungsmarker und Magnesium, so die Schlussfolgerung der Autoren, könnte eine der pathobiochemischen Grundlagen für die positive Wirkung von Magnesium bei chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.

 

Ueshima K.
Magnesium and ischemic heart disease: a review of epidemiological, experimental, and clinical evidences.
Magnes Res. 2005 Dec;18(4):275-84. Review.

 

Diese Übersichtsarbeit beleuchtet die zellulären Grundlagen der Magnesiumwirkung bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung (KHK). Vor allem seine Rolle bei der kardialen Erregungsbildung und -weiterleitung, bei der neuromuskulären Übertragung sowie bei der Kontraktilität der glatten Gefäßmuskelzellen und damit beim Vasomotorentonus ist hier von Bedeutung. Damit kann der Magnesiumstatus die Entwicklung wesentlicher Risikofaktoren für eine KHK beeinflussen, wie Diabetes mellitus, Hypertonus und Hyperlipidämien. Darüber hinaus zeigt Magnesium über diese physiologische Rolle einen therapeutischen Wert bei der Behandlung bereits bestehender Risiken oder sogar einer manifesten KHK. Eine Magnesiumsupplementation bzw. ausreichende Zufuhr mit der Ernährung sollte daher nach Ansicht des Autors als Primär- und Sekundärpräventionsmaßnahme für kardiovaskuläre Erkrankungen in Erwägung gezogen werden.

 

Rylander R, Arnaud MJ.
Mineral water intake reduces blood pressure among subjects with low urinary magnesium and calcium levels.
BMC Public Health. 2004 Nov 30;4:56.

 

Rylander und Arnaud wollten in dieser Interventionsstudie die teilweise widersprüchlichen Aussagen epidemiologischer Untersuchungen überprüfen, nach denen die Zusammensetzung des Trinkwassers einen Einfluss auf die kardiovaskuläre Sterblichkeit haben könnte.
Dazu erhielten 70 Probanden mit Grenzwert-Hypertonus (systolischer Blutdruck zwischen 148 und 156, diastolischer Blutdruck zwischen 90 und 92 mm Hg) täglich mindestens 1 Liter

  • eines Wassers mit niedrigem Mineralstoffgehalt (Gruppe 1)
  • eines mit Magnesium angereicherten Wassers (82 mg Magnesium und 4 mg Calcium pro Liter, Gruppe 2) oder
  • eines natürlichen mineralstoffreichen Mineralwassers (84 mg Magnesium und 486 mg Calcium pro Liter, Gruppe 3)

in randomisierter Weise und doppelblind über 4 Wochen. Zur Beurteilung des Mineralstoffhaushalts wurde die Ausscheidung von Magnesium und Calcium im Urin zu Studienbeginn und nach 4 Wochen untersucht und damit gleichzeitig sichergestellt, dass der Organismus die Mineralstoffe resorbiert hatte.
Die Ergebnisse der 55 Patienten mit niedriger Mineralstoffausscheidung zu Beginn zeigten, dass in den Gruppen 2 und 3 die Magnesium- bzw. die Magnesium- und Calciumausscheidung signifikant zugenommen hatte. Außerdem war in Gruppe 3 nach 2 und 4 Wochen der Blutdruck signifikant niedriger: In Woche 4 lag gegenüber Studienbeginn der systolische Wert um 6,4 mm Hg niedriger (p = 0,017), der diastolische Wert um 2,6 mm Hg niedriger (p = 0,026). In den Gruppen 1 und 2 fanden sich dagegen keine entsprechenden Verminderungen.
Nach Ansicht der Autoren zeigen diese Ergebnisse, dass die Mineralstoffe des Wassers nicht nur gut vom Körper aufgenommen werden, sondern auch, dass ein solches Mineralwasser bei Personen mit latentem Magnesium- und Calciummangel den Blutdruck senken kann.

 

Maier JA.
Low magnesium and atherosclerosis: an evidence-based link.
Mol Aspects Med. 2003 Feb-Jun;24(1-3):137-46. Review.

 

Diese Grundlagenarbeit untersucht, auf welche Weise ein Magnesiummangel zur Entwicklung von Atherosklerose und kardiovaskulären Risikofaktoren beitragen könnte. Experimentell hervorgerufene niedrige Plasmakonzentrationen von Magnesium im Tiermodell und in Zellkulturen schädigen die Endothelfunktion und beschleunigen die Entstehung atherosklerotischer Plaques, vermutlich durch die erhöhten Konzentrationen von LDL-Cholesterin und der oxidativen Derivate, was eine chronische Entzündung fördert. Darüber hinaus hat sich in der Klinik gezeigt, dass eine orale Magnesiumtherapie die Endothelfunktion von Patienten mit KHK bessert. Als kostengünstiges, natürlich vorkommendes und größtenteils nicht toxisches Element könnte Magnesium als Primärprävention zur Verhinderung einer Atherosklerose und als adjuvante Therapie bei Patienten mit bereits klinisch manifester Erkrankung eingesetzt werden, so die Autorin zum Abschluss.


Stühlinger HG, Kiss K, Smetana R.
Significance of magnesium in cardiac arrhythmias
Wien Med Wochenschr. 2000;150(15-16):330-4. Review. German.

 

Diese Übersicht stellt die Rolle von Magnesium bei Herzrhythmusstörungen dar. Magnesium erhöht die Schwelle für Kammerflimmern. Die Refraktärzeit im Sinusknoten und die Überleitung im AV-Knoten werden verzögert, was das Risiko von Tachyarrhythmien vermindert. Hauptindikationen für die intravenöse Gabe von Magnesium sind Torsade-de-Pointes-Tachykardien, durch Digitalisintoxikationen hervorgerufene Tachyarrhythmien und multifokale Vorhoftachykardien. Auch Patienten mit ventrikulären Arrhythmien aufgrund einer Überdosierung von Neuroleptika oder trizyklischen Antidepressiva können profitieren. Monomorphe ventrikuläre Tachykardien und ventrikuläre Arrhythmien, die auf Antiarrhythmika der Klasse III nach Vaughan-Williams nicht ansprechen, können auf Magnesium i.v. reagieren. Aktuelle Veröffentlichungen haben dargestellt, dass der perioperative Einsatz von Magnesium in der Kardiochirurgie die Häufigkeit von Arrhythmien vermindern kann. Die orale Gabe von Magnesium schließlich hat sich seit vielen Jahren bei Patienten mit symptomatischen Extrasystolen als hilfreich erwiesen: Sowohl die Häufigkeit von Extrasystolen im EKG als auch die Symptome nehmen unter einer oralen Magnesiumtherapie ab.

 

Mizushima S, Cappuccio FP, Nichols R, Elliott P.
Dietary magnesium intake and blood pressure: a qualitative overview of the observational studies.
J Hum Hypertens. 1998 Jul;12(7):447-53.

 

Diese Übersicht betrachtet 29 veröffentlichte Beobachtungsstudien, die die Magnesiumzufuhr mit der Ernährung und Blutdruck in Zusammenhang bringen. Drei Studien waren prospektiv, 24 Studien waren Querschnittsstudien, von denen vier auch Längsschnittdaten enthielten, und zwei Studien wurden aus Daten von Studien mit anderen Fragestellungen extrahiert. Dabei wurden Daten zur Ernährung auf verschiedene Arten gewonnen: Befragung zu den in den letzten 24 Stunden gegessenen Lebensmitteln, Fragebogen zur Häufigkeit des Verzehrs standardisierter Nahrungsmittel oder Ernährungstagebücher.
Zwölf Arbeiten verglichen die Magnesiumzufuhr und den Blutdruck zwischen Untergruppen mit verschiedener Magnesiumzufuhr: Sieben zeigten einen negativen Zusammenhang zwischen Mg-Zufuhr und Blutdruckwerten, und fünf fanden keinen derartigen Zusammenhang. Elf Arbeiten nennen negative Korrelationskoeffizienten für Magnesiumzufuhr und systolischen Blutdruck (drei signifikant, p < 0,05) und zehn für den diastolischen Blutdruck (vier signifikant). Insgesamt weist nach Meinung der Autoren ihre Übersicht auf eine negative Assoziation zwischen diätetischer Magnesiumzufuhr und Blutdruckhöhe hin. Um die unterschiedlichen Ergebnisse verschiedener Studien in Einklang zu bringen und die Auswirkung zu quantifizieren, seien systematische größere Arbeiten erforderlich.

 

Rylander R.
Environmental magnesium deficiency as a cardiovascular risk factor.
J Cardiovasc Risk. 1996 Feb;3(1):4-10. Review.

 

Diese ältere Übersichtsarbeit betrachtet allgemein die Möglichkeiten für eine ausreichende Magnesiumzufuhr über Lebensmittel und Trinkwasser: Auch wenn der Mineralstoff  Magnesium in der Natur häufig vorkommt, so wird doch ein Magnesiummangel durch die Zunahme stark verarbeiteter Lebensmittel und den oftmals magnesiumarmen Trinkwasser in der modernen Gesellschaft immer häufiger. Magnesiummangel führt unter anderem zu Herzrhythmusstörungen, und viele Studien legen einen niedrigen Magnesiumgehalt im Trinkwasser als Risikofaktor für Myokardinfarkt vor allem bei Männern nahe. Bevor allerdings Magnesium in allgemeine Präventionsprogramme Eingang findet, so der Autor, müssen entsprechende Risikogruppen sauber definiert und Interventionsstudien durchgeführt werden.

 

Rasmussen HS, Aurup P, Goldstein K, McNair P, Mortensen PB, Larsen OG, Lawaetz H

Influence of magnesium substitution therapy on blood lipid composition in patients with ischemic heart disease. A double-blind, placebo controlled study

Arch Intern Med. 1989 May;149(5):1050-3

 

In dieser kontrollierten, randomisierten und verblindeten Interventionsstudie, jünger als 75 Jahre, mit Herzinfarkt, der sich 12-18 Monate vor Studieneinschluss ereignete, ohne akuten Herzbeschwerden, erhielten 47 Patienten oral Magnesium (als Mg-Hydroxid) 15 mmol/Tag (= 365 mg/Tag) oder Placebo für 3 Monate.
Gemessen wurden vor während und nach der Behandlung Magnesium im Serum. Cholesterin, HDL, LDL (berechnet), VLDL (berechnet), Triglyceride und zudem das Verhältnis aus Apolipoprotein A1 und B, was als besonders guter Marker für das Risiko eines erneuten Herzinfarktes gilt.
In der Gruppe, die Magnesium bekam, war das Magnesium im Blut signifikant um 9 % höher und das Verhältnis aus Apolipoprotein A1 und B signifikant um 11 % höher.
Im Trend waren auch fast alle anderen Blutfettwerte besser.

Damit wurde bereits 1989 gezeigt, dass Magnesium einen günstigen Einfluss auf Risikofaktoren hat, gerade nach einem Herzinfarkt.