Aus Forschung & Wissenschaft

Calcium

 

Prämenstruelles Syndrom

 

Whelan AM, Jurgens TM, Naylor H

Herbs, vitamins and minerals in the treatment of premenstrual syndrome: a systematic review

Can J Clin Pharmacol. 2009 Fall;16(3):e407-29. Epub 2009 Oct 29

 

Dieser systematische Review mit Einschluss von 29 randomisierten Studien
und insgesamt 3576 Probanden zeigt, dass von den untersuchten Stoffen (62 verschiedene Vitamine, Kräuter und Mineralstoffe) lediglich die Gabe von Calzium eine signifikante Besserung der Symptome bei prämenstruellem Syndrom (PMS) bewirken kann.

 

Bertone-Johnson ER, Hankinson SE, Bendich A, Johnson SR, Willett WC, Manson JE.
Calcium and vitamin D intake and risk of incident premenstrual syndrome

Arch Intern Med. 2005 Jun 13;165(11):1246-52
 

 

Diese große Fall-Kontroll-Studie im Rahmen einer Kohorten-Studie (Nurses Health II) mit 1057 Frauen mit prämenstruellem Syndrom (PMS) und 1968 Frauen ohne PMS im Alter von 34 bzw. 35 Jahren zeigte, dass Frauen, die viel Calcium in der Nahrung (ohne Supplemente) zu sich nahmen, ein signifikant geringeres Risiko für PMS hatten.
Gemessen wurde die Aufnahme an Calcium in der Nahrung über Fragebogen.
Nach einer Aufteilung der Frauen in 5 gleich große Gruppen entsprechend der Calcium-Menge in der Nahrung fand sich in der Gruppe mit der höchsten Calcium-Menge eine signifikant niedrigere Rate an PMS gegenüber den anderen 4 Gruppen.
Auch für die Menge an Vitamin D fand sich ein günstiger Zusammenhang zu PMS.

 

 

Louie KD.
Calcium carbonate for premenstrual syndrome.
Can Fam Physician. 2002 Apr;48:705-7. No abstract available

 

Louie greift die Studie von Thys-Jacobs et al. nochmals im Hinblick auf die Verwendung von Calcium bei PMS o. Ä. auf und empfiehlt, bei den häufigen Fällen von PMS auch in der allgemeinmedizinischen Praxis als Erstes einen Therapieversuch mit der Gabe von 1200 mg Calcium pro Tag, über mindestens 3 Monate, durchzuführen.

 

Thys-Jacobs S, Starkey P, Bernstein D, Tian J.
Calcium carbonate and the premenstrual syndrome: effects on premenstrual and menstrual symptoms. Premenstrual Syndrome Study Group.
Am J Obstet Gynecol. 1998 Aug;179(2):444-52.

 

Diese Arbeit untersucht die Wirkung von Calciumcarbonat auf die Beschwerden eines prämenstruellen Syndroms (PMS) während der Luteal- und Menstruationsphase. Eine prospektive, randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte multizentrische Studie mit Parallelgruppendesign nahm dazu gesunde prämenopausale Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren aus dem gesamten USA auf. Die Symptome des PMS wurden prospektiv über 2 Zyklen täglich anhand einer Rating-Skala dokumentiert. Erfasst wurden 17 Hauptsymptome wie Stimmungsschwankungen, Depression, Spannungsgefühl in den Brüsten, Gefühl des „Aufgeblähtseins" u.a.. Darüber hinaus wurden vier Übergruppen von Symptomen gebildet (negative Stimmung, Wasserretention, Heißhungerattacken und Schmerzen). Insgesamt 497 Teilnehmerinnen wurden randomisiert und erhielten über drei Menstruationszyklen 1200 mg elementares Calcium pro Tag (in Form von Calciumcarbonat) oder Placebo. Der primäre Outcome-Parameter war der Komplex aus den 17 Hauptsymptomen.
Die Daten von 466 Frauen konnten ausgewertet werden. Dabei ergab sich, dass sowohl im zweiten als auch im dritten Behandlungszyklus während der Lutealphase unter Calcium signifikant niedrigere Symptomscores erreicht wurden als unter Placebo (p = 0,007 im 2. Zyklus; p < 0,001 im 3. Zyklus). Im dritten Behandlungszyklus führte Calcium zu einer insgesamt 48 %igen Verminderung der Gesamtpunktwerte im Vergleich zum  jeweiligen Ausgangswert, in der Placebogruppe war es eine Verminderung um 30 %. Alle vier Symptomgruppen hatten sich im dritten Behandlungszyklus signifikant gebessert.
Eine Calciumsupplementation scheint also nach Ansicht der Autoren eine einfache und wirksame Intervention bei prämenstruellem Syndrom zu sein.